Theater

Chamäleon


Ein Theaterstück nach der gleichnamigen Graphic-Novel von Gerald Hartwig.

Chamäleon
eine Produktion von Theater Quadrat

Jerry macht sich in „Chamäleon“ auf die Reise um den halben Globus, um zu testen, ob auch Träume eine Grenze haben können und er sucht sich dafür den passendsten Ort aus, den man sich denken kann: die Traumfabrik. Gibt es eine treffendere Bezeichnung für die Filmindustrie in Los Angeles, für Hollywood? Ein Lebenstraum aber ist ein Wunsch und der Wunsch ist vor allem ein politisches, gesellschaftliches und ganz besonders, ein revolutionäres Phänomen. Es ist geradezu absurd, dass es eben diese Traumfabrik ist, die Tag und Nacht daran arbeitet, uns diese Tatsache vergessen zu lassen. Der Wunsch ist revolutionär, weil er sich eben nicht auf ein bestimmtes Objekt, oder Ziel richtet, sondern gewünscht wird ein Gefüge, eine Szene, ein Gesamtzusammenhang. In der Folge gilt es nicht einen Gegenstand zu erlangen, ein Ziel zu erreichen, sondern die Zusammenhänge, das Umfeld, die Szenerie, kurz, das Gefüge zu verändern, darum ist der Wunsch revolutionär. Da dem Einzelnen die Kraft dazu fehlt (der Wunsch ist politisch), der Wunsch aber nicht aufgegeben werden kann, bleibt die Selbstverwandlung als letzter Ausweg. Jerry wird zum Chamäleon. Welche Farbe hat ein Chamäleon? Ein schmerzhafter Prozess, gerade dann, wenn man 19 Jahre alt ist und Wunsch mit Illusion, Rausch, Erfolg verwechselt.

Gerald Hartwig
Der signifikante Zeichenstil Hartwigs, der die Balance zu halten versteht zwischen der Liebe zum Detail, der Genauigkeit der Bildkomposition und kraftvollen, wilden Akzenten, sodass die Bilder beständig über ihren Rahmen fließen, Fluchtlinien ziehen und nach Bewegung, Laut, körperlicher Verwirklichung suchen, und sein eigentümlicher, harte Brüche provozierender Erzählstil, machen „Chamäleon“ zu dem wunderbaren Experimentierfeld, das uns vielleicht daran teilhaben lässt, was passiert, wenn das Theater zu zeichnen beginnt und die Zeichnung zum Spieler wird. Nach der Matura zog es ihn im Alter von 19 Jahren in die USA, wo er in Los Angeles Film studierte. Er arbeitete bei diversen Produktionen mit, schrieb unter anderem auch das Drehbuch zu einem eigenen Filmprojekt, versuchte sich im Hausbau, hielt sich mehr oder weniger mit gelegentlichen Film-Jobs über Wasser. Zehn Jahre blieb er in den USA hängen und hat so ziemlich alles, was man sich so vorstellen kann, unter der Wüstensonne erlebt. Irgendwann war die Liebe zur Kunst zu groß und was in den USA mit Ausstellungen begann, setzte sich nach der unfreiwilligen Abreise aus Los Angeles in Europa fort. Von 2004 bis 2008 kehrte Hartwig in seine Heimatstadt Graz zurück und blieb der Kunst im Großen und Ganzen treu. 2008 packt ihn und seine Frau wieder das Fernweh oder auch die Unruhe und die Koffer werden gepackt. Nach Ausstellungen in L.A., Berlin, Dresden, Mexiko, Trinidad und Österreich lebte und arbeitete Hartwig mit Frau und Kindern in Berlin. Seit 2014 zeichnet er für diverse Zeitschriften, die Filmindustrie und für sich vom Standort Graz aus. „Chamäleon“ ist seine erste Graphic Novel.

mit:
Ninja Reichert
Gerald Hartwig
Christian Krall
Werner Halbedl

Regie: Halbedl/Kropsch

Assistenz: Sarah Füssl
Projektionen: Alexander Kropsch
Technik: Sarah Füssl, Peter Spall


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