Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Carte blanche für Petra Lutnyk


Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast im Theatermuseum

1010 Wien - Innere Stadt, Lobkowitzplatz 2

Mi., 01.07.2020

Mo: 10:00 - 18:00 Uhr
Di: Geschlossen
Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
Do: 10:00 - 18:00 Uhr
Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
So: 10:00 - 18:00 Uhr
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

In der fotografischen Arbeit von Petra Lutnyk geht es um die Auslotung der Trennlinie zwischen Naturstudien und Kunst.

Ab der Moderne verlor die Natur in der Kunst an Bedeutung als Motiv- und Ideenspenderin. Nun scheint ein neues Interesse an ihr erwacht zu sein. Manche interpretieren dies als »Verlustanzeige« – als Zeichen einer Zeit, in der unsere Existenz durch die Ökokrise bedroht ist. Daher ist die Natur heute nicht mehr nur eine Inspirationsquelle, sondern findet sich an einer interessanten Schnittstelle von Politik, Wissen-schaft und Kunst. Die Trennlinie zwischen diesen Bereichen hat sich verschoben. Die Kategorie des Pflanzlichen mit ihrem Rhythmus des Keimens, Blühens und Vergehens kann als Sinnbild eines regenerationsfähigen Lebens verstanden werden – bedroht ist nur der Mensch.

In der fotografischen Arbeit von Petra Lutnyk geht es um die Auslotung der Trennlinie zwischen Naturstudien und Kunst. Ab wann macht eine künstlerische Überformung aus einem Abbild ein Kunstwerk? Gleichzeitig geht es in dieser Arbeit um Wahrnehmung: Sie macht Alltägliches sichtbar, das wir so noch nie wahrgenommen haben. Man kennt den Geschmack der Brombeere, erkennt sie in der Natur und hat sich vielleicht an ihr verletzt, aber wer hat schon entdeckt, dass auch die Blätter Stacheln haben?
Petra Lutnyk hat aus der fotografischen Sammlung des Kupferstichkabinetts Naturdarstellungen, die Ende des 19. Jahr-hunderts aufgenommen wurden, ausgewählt und festgestellt, dass es sich ausschließlich um Naturstudien handelt. Um diese Motive näher zu untersuchen, hat sie nach Orten mit ähnlichen Settings gesucht, um zwischen dem Offensichtlichen auch das Unscheinbare zu finden. Von dort nimmt sie Pflanzen mit in ihr Atelier, sowohl die Großen, schnell und beiläufig Wahrge-nommenen, als auch die Kleinen dazwischen, um sie mit dem Makroobjektiv künstlerisch zu untersuchen. Diese Bilder zeigen die Natur in ihrer Zartheit und Verletzlichkeit, aber auch deren Vielgestaltigkeit und Schönheit, die sie als Überlebensstrategie entwickelt hat.