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Carlou D


Carlou D verbindet da mystisch aufgeladene Rufund Antwort-Gesänge mit der Groove-Lastigkeit von Funk und dem improvisatorischen Gestus des Jazz, dazwischen webt er Elemente aus der senegalesischen Popmusik hinein.

Carlou D | Gitarre, Gesang
Edouard Manga | Kora
Sekou Kanté | E-Gitarre
Vieux Kanté | Percussions
Thierno Sarr | Bass
Cheikh Baye Fall | Schlagzeug

Die Stadt Touba, etwa 150 km östlich von Dakar, wurde 1887 vom Sufi-Führer Amadou Bamba gegründet. Heute leben knapp 600.000 Menschen in der zweitgrößten Stadt Senegals, die als spirituelles Zentrum für Amadou Bambas Bruderschaft, die Mouriden, errichtet wurde. Ihr gehören Musiker wie Cheikh Lo oder unser heutiger Gast aus Senegal, Carlou D, an. Als ein äußeres Zeichen tragen sie das Foto von Cheikh Ibrahima Fall, einem Schüler von Amadou Bamba, um den Hals.

Carlou D, geboren 1979 in Dakar unter dem Namen Ibrahima Loucard, begann seine Laufbahn in den 1990er Jahren, also noch als Teenager, in verschiedenen senegalesischen Pop-Bands. Die boomende westafrikanische Hip-Hop-Szene hatte bald ihre ersten Stars, allen voran die Gruppe Positive Black Soul, der Carlou D von 2002-2004 angehörte.

„Was ich von Hip Hop in meiner Musik beibehalten habe, ist der Mut, geradeheraus zu agieren“, sagt der Gitarrist und Sänger, dessen Hinwendung zum Sufismus selbstredend auch seine Musik beeinflusst hat. So bezieht sich allein schon der Titel seiner Debüt-CD „Muzikr“ auf eine im Sufismus übliche Art des Rezitierens („Zikr“). Carlou D verbindet da mystisch aufgeladene Rufund Antwort-Gesänge mit der Groove-Lastigkeit von Funk und dem improvisatorischen Gestus des Jazz, dazwischen webt er Elemente aus der senegalesischen Popmusik hinein; auch Mabalax blitzt immer wieder durch, jene Musik aus Dakar, die einer der Förderer Carlou D´s erfand: Youssou N´Dour…

Was dem Sufismus in Westafrika – international erst bekannt gemacht durch Künstler wie Carlou D – auch in Zeiten des ansteigenden Islamismus Zulauf beschert, ist möglicherweise die tiefe Sehnsucht der Menschen nach einer Methode, den Alltag schlicht mit spirituellem Sinn zu versehen. So gesehen bieten die grundlegenden Parameter des Sufismus auch Ideen für gesellschaftliche Utopien, weit über geographische und religiöse Grenzen hinweg.


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