Theater

Carambolage - oder Der schwarze Punkt


Carambolage - oder Der schwarze Punkt beschreibt das tragikomische Aufeinanderprallen von fünf Menschen, beruflich wie privat miteinander verkettet, welche sehr unterschiedliche Schlüsse daraus ziehen, dass die Welt aus den Fugen gerät.

Dieses Aufeinanderprallen gewinnt eine Dimension, die man als „kriegsähnlich“ bezeichnen muss. Systemerhalter, Anarchisten und verzweifelt nach Erneuerung Suchende geraten einander zunehmend ins Gehege.

Dornstrauch, eiserne Lady an der Unternehmensspitze eines Medienkonzerns und auf der Suche nach einem Erben, hat ihren eigenen Sohn Enrique längst abgeschrieben. Der zersetzend kluge, junge Mann verspielt seine Zeit lieber in den Amüsierbetrieben des Nachtclub-Besitzers Don Gian und füttert seine weitreichenden sozialen Netzwerke mit Skandalen, sowie Spott und Häme für alles und jeden. Zuvorderst für seine Mutter und deren Imperium. Kurz bevor Angie, eine junge Prostituierte, in Enriques Gesellschaft beinahe zu Tode kommt, erscheint ein scharfer Artikel, der vor den Umtriebe des dekadenten Sohnes sowie deren Deckung durch die Mutter warnt. Pikanterweise veröffentlicht der aufstrebende Politredakteur Brand den familiären Skandal in einem der Blätter Dornstrauchs, - und löst damit das jähe Erwachen Enriques aus seinem Taumel der Negativität aus. Das Ziel: die umfassende „Absetzung“ sowohl seiner Mutter, als auch seines väterlichen Freundes Don Gian; - das Niederreißen alter Strukturen, im schmerzlichen Bewusstsein von deren Hartnäckigkeit und der eigenen Anfechtbarkeit durch etwas wie Macht.

Nach dem viel beachteten Überraschungscoup CAMERA CLARA oder Wie man leben muss ist CARAMBOLAGE die zweite Zusammenarbeit des Salon5 mit der Autorin Anna Poloni.

Zugleich ist diese Produktion auch Beginn eines vierjährigen Zyklus: Die Tetralogie KICKS / übertritte, behandelt die kriegerischen Verwerfungen in unserer (vorgeblichen) Zivilisation. Sie zeigt die Notwendigkeit von Übertretungen für die Behauptung von Freiheit gegenüber dem Diktat einer so genannten Sicherheit. Den Umgang mit Tritten, die das Leben austeilt, sowie solchen, die man sich selbst erteilt, um wach zu bleiben in einer Industrie der Einschläferung.

Text: Anna Poloni

Inszenierung: Anna Maria Krassnigg

Musik: Christian Mair

Mit: Raphael von Bargen, Murali Perumal, Martin Schwanda, Petra Staduan, Isabella Wolf


Vergangene Termine