Klassik

Capilla de Indias


Die Capilla de Indias aus Chile wird in der Aufführung von einigen dieser Musikwerke, die einst von dem Missionspriester José Francisco de Arce zusammengetragen worden waren, die faszinierende Mischung aus sakralen Originalmelodien und indigenen Elementen zum Klingen bringen.

CAPILLA DE INDIAS:
Daniela Bustamante (Sopran)
Claudio Zamorano (Tenor)
Paola Lanfranco (Sopran)
Cristian Sandoval (große Panflöten, Perkussion, Mandoline)
Carolyn Escobar (Blöckflöten)
Ronald Martin (Viola da gamba)
Olivier Briand (Barockvioline)
Jennifer Vera (Klanghölzer, Orgel)
Reynier Guerrero (Barockvioline)
Raul Jorquera (Barockgitarre)
Tiziana Palmiero (Harfe und künstlerische Leitung)
Franco Daponte (große Panflöten, Andenflöten, Perkussion und Mandoline)

Programm:

UTOPÍAS INDIANAS

Vom verlorenen Paradies:
ALABANZA A LA SANTA CRUZ / Chile (trad.)

CANTOS GUARANÍES / Bolivien (17. / 18. Jhd.)

CANTOS CANICHANAS Y MOXOS / Bolivien (1790)

YCHEPE FLAUTA, INTRODUCCÍON-ALLEGRO / Bolivien (s/f)

DANZA DE MACHETEROS / Bolivien (trad.)

Von der Rückkehr des Inka: YARAVI / Chile (trad.)

CUCULÍ MADRUGADORA / Chile (trad.)

Kodex Martínez Compañón (1782-1785):

- Baile de Danzantes
- La Despedida de Huamachuco
- La Brujita
- Tupamaro de Cajamarca
- Baile del Chimo
- El Diamante

CANTO DE LAS QUIYAYAS / Peru (trad.)

BACAS / Spanien (1677)

DANZA DE ENTREGA / Chile (trad.)

Das verlorene Paradies befindet sich im Urwald des Amazonas. Die jesuitischen Missionare, die Ende des 16. Jahrhunderts nach Amerika gekommen waren, fanden in den Gebieten der Guaraníes, Moxeños und Chiquitanos einen Garten der Lüste voll grüner Pflanzen, frischer Quellen, farbenprächtiger Blumen und bunter Vögel, die mit der Stimme Gottes sangen. Der Himmel auf Erden, in dem die Seelen verweilen und aufsteigen, leichten Flugs wie die Vögel und die Engel. Auch für die Inkas war es ein himmlischer Ort des Überflusses und Wohlergehens, wohin sie sich in ihrem Kampf gegen die Conquistadores zu ihren Ritualen zurückzogen.

Den Jesuiten gelang es aber auch, in ihren Missionen in Paraguay und Bolivien ein Paradies auf Erden mit einem gewissen materiellen und spirituellen Reichtum zu errichten. Im Sonnenstaat der Jesuiten spielten die Künste eine wichtige Rolle in der Evangelisierung. Die importierte europäische Musik nahm auch die Einflüsse der Ureinwohner auf.

Die Capilla de Indias aus Chile wird in der Aufführung von einigen dieser Musikwerke, die einst von dem Missionspriester José Francisco de Arce zusammengetragen worden waren, die faszinierende Mischung aus sakralen Originalmelodien und indigenen Elementen zum Klingen bringen.

Nach der Vertreibung der Jesuiten aus dem südamerikanischen Paradies durch das spanische Königshaus und dem Verfall der Missionen setzte im 18. Jahrhundert ein von der indigenen Bevölkerung akzeptierter Wiederaufbau ein. In den Gesängen aus jener Zeit, die dank der Sammeltätigkeit eines spanischen Gouverneurs überliefert sind, respektiert die Capilla de Indias den ursprünglichen Charakter der Melodien und Texte. Zum Ende der Kolonialzeit versuchten die Inkas, ein neues Reich zu errichten. Ihre Utopien und ihre Mythen klingen aus den leidenschaftlichen Weisen der Trauer und der Hoffnung, die im Kodex des peruanischen Bischofs Martínez aus Compañón erhalten sind.


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