Pop / Rock · Jazz

Candye Kane


Eine der ungewöhnlichsten Musikerinnen der Bluesszene der vergangenen Jahrzehnte ist unzweifelhaft eine weiße Amerikanerin mit ebenso wechselhafter wie widersprüchlicher Biographie. Candye Kane wandelt seit geraumer Zeit auf musikalischen Pfaden und wird dennoch immer wieder mit ihrer Vergangenheit als Stripperin konfrontiert. Sie engagiert sich für feministische Anliegen aber auch für Aidsinitiativen und Kinderspitäler. Sie zeigt sich als politisch wache und in keiner Weise dem amerikanischen Mainstream verpflichtete Kommentatorin, spricht über ihren jüdischen Glauben und kritisiert doch auch in Bezug auf Israel jegliche Einseitigkeit. Ihre manchmal kontroversen, auch sexuellen Themen liefern einigen Gesprächstoff, denn Engstirnigkeit scheint auch manchen Blueskritikern noch immer eine liebgewonnene Haltung zu sein. Kane ist sich der Ambivalenz ihrer öffentlichen (bzw.
veröffentlichten) Erscheinung indes bewusst, nimmt deren negative Seiten nicht ohne Bedauern wahr, sieht darin aber auch Chancen der bleibenden Eigenständigkeit. „I ́m the toughest girl alive / I walked through the fire and survived“, singt sie und vermittelt dies auch im Interview überaus glaubhaft. Mit kraftvoll zupackender Stimme ist Candye Kane zwischen Bigbandblues, Swing sowie etwas Gospel und Rock geschult und sich der großen historischen Vorbilder wohl bewusst.


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