Pop / Rock

Calexico


Calexico kennen keine Grenzen, sie vereinen Folk, Country, Jazz, Latin und mehr zu einem Potpourri aus Schönklang.

1998, das Debutalbum „The Black Light“ hatte uns alle überrascht. Die Wüste bei Nacht. Die spärlich eingesetzten Mariachi Bläser. Das ambitioniert, ambiente Ausforschen. Mit „Hot Rail“ folgte zwei Jahre darauf die Verfeinerung und Ausarbeitung des Konzepts. Damals, im Jahr 2000 tourten acht verkleidete Mexikaner mit der Band durch Europa. Volksfest‐Stimmung. Gefährlich. Aber CALEXICO umschifften die Klischeefalle drei Jahre später mit nichts weniger als einem Meisterwerk namens „Feast Of Wire“, mit dem sie ganz Europa und insbesondere die britische Insel endgültig und im Sturm nahmen. Die Touren danach waren schier endlos. Die ganze Welt wollte diese Band sehen und auf Europe folgten die USA, dann Australien, dann Japan, dann wieder USA, dann noch mal Europa, dann eine EP mit Iron & Wine dazwischen geschoben und noch mal mit ihm zusammen los. Das Ganze von vorne. Mit leerer Batterie zurück daheim in Tucson schien die Versuchung, die eigene Intuition mal versuchsweise durch äußere Einflussnahme zu ersetzen einfach zu groß. Das 2006er Album „Garden Ruin” spricht davon so manche misslungenen Bände. Aus heutiger Perspektive natürlich leichter zu erkennen (und wir wissen nicht ob die Band da tatsächlich mit uns einer Meinung ist), war die Zusammenarbeit mit einem externen Produzenten sowie die Ortswechsel nach Bisbee und Brooklyn nicht unbedingt hilfreich. Das erkannten die Fans. Das erkannten sogar wir Betriebsblinden irgendwann. Die Band kehrte für das folgende Album zurück zu Stammproduzent Craig Schumacher, der der Band seit den frühesten Tagen mit seinem Wavelab Studio in Downtown Tucson ein väterlicher Beistand, Mitarbeiter und technischer Berater war und ist. Und so war das 2008 erschienene „Carried To Dust“ Album wohl eine wunderbare Rückbesinnung auf den Kern der Sache (der SONG!) und sicherlich eines der schönsten CALEXICO Alben überhaupt, doch es herrschte noch immer eine gewisse Atemlosigkeit, eine Angespanntheit. Nun aber, vier Jahre später, also im Jahr 6 nach „Garden Ruin”, da kommt die Band mit einem Werk um die Ecke, das vor entspannter Fluffigkeit fast platzt. Bitte nicht falsch verstehen. Nicht mit Lethargie verwechseln.

ALGIERS hat alles, was man sich von einem CALEXICO Album wünscht. Aber da liegt noch etwas anderes in der Luft. Dieses Album schlägt Brücken, es atmet tief und entspannt, es ist auch mal dringlich und auch mal wütend. Aber in seinem Kern ist es die vielleicht erste Platte, seit der allerersten, die die Herren Convertino und Burns völlig und komplett frei von jeglichen Zwängen aufgenommen haben. The Freewheeling CALEXICO.

Diese Ruhe, diese vollständige Rückbesinnung auf gegenseitige Verlässlichkeit, die schwingt in jedem einzelnen dieser 12 Songs mit. Wir müssen darum auch gar nicht zu irgendwelchen Lobeshymnen auf einzelne Songs ansetzen. Das kann jeder selber hören, der sich mit dieser Platte etwas intensiver auseinander setzt. Unsere Zusammenfassung würde sich in Etwa so lesen: Hier ist tatsächlich jeder Song richtig gut...! Und wie kommt das jetzt? Woher dieses entspannte Selbstvertrauen? Die Inspiration? Was treibt diese Menschen eigentlich an, die nun ja auch nicht mehr 23 sind? Sagen wir es mal so: „Wenn alles um dich herum in Ordnung scheint, wenn dein Zuhause eine verlässliche Oase ist, wenn du mit deinem besten Freund in einem tollen kleinen Studio in New Orleans stehst, wo es ständig unfassbar lecker nach Shrimp Creole, Jambalaya, Fried Frog Legs, Root Beer BBQ Pork Chops, Red Beans und Reis duftet, wenn Craig Schumacher neben Dir sitzt und die Musiker, mit denen du seit Jahren zusammen spielst sich die Klinke in die Hand geben, was soll da eigentlich noch schief gehen...? Wir haben in den letzten Jahren so viele merkwürdige Situationen hinter uns gebracht, all diese Sessions mit Victoria Williams, Iron & Wine,Willie Nelson, Roger McGuinn, Nancy Sinatra, Neko Case, all die Soundtracks an denen wir gearbeitet haben. Dagegen war das hier war wie Urlaub...!“


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