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© Lukasz Rajchert

Theater

Cajo Fabricio

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19:00 - 23:59
Theater an der Wien

Für den aus einer Hamburger Musikerfamilie stammenden, hochtalentierten Johann Adolph Hasse bot Norddeutschland kaum Aussichten auf eine europaweite Komponistenlaufbahn. Hasse ließ sich daher ab 1722 in der europäischen Opernhochburg Neapel bei Porpora und Scarlatti ausbilden und wurde schon mit seinen ersten Opern einer der beliebtesten Komponisten Italiens. Nach seiner Ausbildung heiratete Hasse die als „La nuova sirena“ gefeierte Sängerin Faustina Bordoni und ließ sich ein Jahr später in Dresden nieder, wo er als Hofkapellmeister drei Jahrzehnte lang das Musikleben prägte. König August gewährte dem Komponisten und seiner italienischen Gattin viele Freiheiten und gemeinsam brach das Paar regelmäßig zu langen Italienreisen auf. Für das römische Teatro Capranica komponierte Hasse 1732 Cajo Fabricio nach einem Libretto von Apostolo Zeno, dem Vorgänger von Pietro Metastasio als Wiener Hofdichter. Da im päpstlich regierten Rom den Frauen Auftritte auf Theaterbühnen untersagt waren, schrieb Hasse keine Paraderollefür seine Gattin, sondern wählte für die Uraufführung von Cajo Fabricio ein rein männliches Ensemble mit sechs Kastraten und einem Tenor aus. Der Aufbau der Oper folgt dem klassischen Schema einer Opera seria mit einer strikten Trennung von Rezitativ und Arie. Die Handlung stammt aus der römischen Geschichte, fokussiert aber auf die emotionalen Verstrickungen der handelnden Personen. Der römische Senator Gaius Fabricius Luscinus wird nach Tarent gesandt, weil die in Süditalien gelegene, aber griechisch geprägte Stadt sich mit Hilfe von Pyrrhos, dem König von Epirus, gegen die Römer erhoben hat. Pyrrhos selbst aber verliebt sich ausgerechnet in Sestia, die Tochter von Gaius Fabricius, obwohl diese bereits mit dem römischen Krieger Volusio verlobt ist. Dem historischen Pyrrhos gelang es zwar in der Tat, die römische Armee in der Schlacht bei Asculum zu besiegen. Aber seine Verluste waren so hoch, dass er nach seinem Sieg gemeint hat: „Wenn wir die Römer in einer weiteren Schlacht besiegen, werden wir gänzlich verloren sein!“ Ein Sieg als Auftakt zu unvermeidlichen Niederlagen ging daher als sprichwörtlicher Pyrrhussieg in den allgemeinen Sprachgebrauch ein.