Vortrag

Burkina Faso: Revolution und Aufbruch


Karim Sama alias Sams'K Le Jah, Musiker und Aktivist, Gründer von Le Balai Citoyen, Burkina Faso
Francis Kpatindé, Journalist und Politikwissenschafter, Frankreich
Moderation: Irène Hochauer-Kpoda, VIDC

"Rührt die Verfassung nicht an!". Mit Plakaten und Sprechchören protestierten im vergangenen Herbst hunderttausende Menschen im westafrikanischen Burkina Faso gegen eine Verfassungsänderung. Diese hätte Langzeitpräsident Blaise Compaoré nach 27 Jahren eine weitere Amtszeit ermöglicht.

Ende Oktober 2014 eskalierten die Auseinandersetzungen. Demonstrantinnen besetzten das Parlament und den nationalen Fernsehsender. Die Sicherheitskräfte gingen mit Schlagstöcken, Tränengas und Schusswaffen gegen die Protestantinnen vor. „Compaoré dégage“ lautete nun die Parole (Compaoré tritt zurück, verschwinde). Am 31. Oktober erklärte der Präsident seinen Rücktritt und flog mit einem von Frankreich bereitgestellten Hubschrauber nach Cote D’Ivoire. Tags darauf rückten die Burkinabes nochmals aus. Mit Besen und Schaufeln beseitigten sie Abfälle, Steine und Überreste der Zerstörungen.

Im November unterzeichneten Oppositionsparteien, Militärs und Zivilgesellschaft eine Übergangscharta.

Eine der Säulen der Revolution war und ist die Bewegung „Le Balai Citoyen“, was wörtlich übersetzt der „Bürgerbesen“ heißt. Die Bewegung bezieht sich auf die Tradition des ermordeten Präsidenten Thomas Sankara, den Che Guevara Afrikas (© BBC), der wöchentliche Straßenreinigungsaktionen organisiert hatte.

Wo steht die burkinische Revolution heute? Welche sozial-ökonomische Alternativen werden von Balai Citoyen forciert oder geht es nur um einen Regimewechsel? Welche Bedeutung hat die Revolte für Wahlrechtsänderungen und Demokratiebewegungen in anderen afrikanischen Staaten?


Vergangene Termine