Neue Klassik

Büro Lunaire - Jour, contre-jour


Ohne Anfang noch wirklichem Ende: Der Titel des Programmes „Jour, contre-jour“ bezieht sich auf die gleichnamige Komposition von Gérard Grisey.

„Als geheime Echos vom unvergesslichen Lesen im Totenbuch“ ist Jour, Contre-jour aus seiner Bewunderung für das alte Ägypten entstanden.

büro lunaire hat ein Programm konzipiert, das Werke der Komponisten Gérard Grisey, Hannes Kerschbaumer, Luigi Nono, Rebecca Saunders und Reinhold Schinwald in Beziehung zueinander setzt, die – inspiriert von Literatur, Philosophie und altägyptischer Mythologie – um Tod und Auferstehung, Freundschaft, Erinnerung und Sprachfndung kreisen und Bilder oder Landschaften imaginieren. So spricht Hannes Kerschbaumer in seiner „Studie über das Entschwinden“ von zersprengten Worten, die sich wie Asche von glimmenden Kohlen lösen und die Landschaft bedecken. Reinhold Schinwalds membra disiecta läßt sich mit zerstreute oder zerrissene Glieder übersetzen und bezeichnet aus ihrer organischen Ordnung gerissene Teile eines Ganzen. Der dem Stück zugrunde liegende Text basiert auf den Mythen um Isis und Osiris und beschreibt einen Prozess des Erinnerns, Suchens, Aufesens und Benennens von Körperfragmenten mit der Funktion, die zerstreut vorgestellten Gliedmaßen in einem Text zu versammeln, der sie als neue Einheit beschreibt.

Hannes Kerschbaumer
hauch.asche (2017)
für Stimme, Bassföte und resonierende Oberfächen

Gérard Grisey
Anubis (1983)
für Kontrabassklarinette

Reinhold Schinwald
membra disiecta (2016/2017)
für Stimme, Kontrabassklarinette und Live Elektronik

Gérard Grisey – Nout (1983)
für Kontrabassklarinette

Rebecca Saunders – fury (2005)
für Kontrabass

Luigi Nono – A Pierre. Dell’azzurro silenzio, inquietum (1985)
für Kontrabassbassföte, Kontrabassklarinette und Live Elektronik

Konzept – büro lunaire
Flöten – Maruta Staravoitava
Klarinetten – Theo Nabicht
Stimme – Gina Mattiello
Kontrabass – Margarethe Maierhofer-Lischka
Klangregie, Elektronik – Reinhold Schinwald
Elektronik&Tontechnik – Peter Venus

www.burolunaire.com

Für Konzert-Saison 2019/20 wurden Projekte gesucht, welche in einem oder mehreren Aspekten „endlich“ sind bzw. sich mit dem Thema „Endlichkeit“ beschäftigen. Das Ende einer langen Wartezeit, die Ungeduld, schließlich, am Ende – Raum und Zeit von einem Wort Be-Grenzt. Die Endlichkeit zeigt sich stets am Rande, an der Grenze – ein Ort voller Spannung – dort gilt es hinzusehen.

nmr.klingt.org
[email protected]

Supported by
BKA, Kultur 1. Bezirk, SKE austro mechana, LSG, MA7


Vergangene Termine