Literatur

Buchpräsentationen: Selim Özdogan & Pierre Jarawan


Wieso Heimat, ich wohne zur Miete. Freiburg–Istanbul und zurück: eine ganz schön turbulente Reise zwischen den Kulturen.
Krishna Mustafa wird von Laura verlassen, weil er seine Identität noch nicht gefunden hat.
Aber wer hat das schon? Doch Krishna lässt es auf einen Versuch ankommen und zieht vorübergehend von Freiburg nach Istanbul. Dort will er seinen Vater treffen, die Türkei kennen-
lernen und seine Wurzeln suchen. Ein halbes Jahr später weiß er über seine Wurzeln zwar immer noch nicht mehr, dafür aber eine ganze Menge über die Türken und die Deutschen, über Erdoğan und den Gezi-Park, über Moscheen und Starbucks, darüber, wie man mithilfe von Gebets-Apps zum guten Moslem und mithilfe des richtigen Haarschnitts zum Islamisten wird. Ein grandios kluger und grandios komischer Roman, der Vorurteile entlarvt, Klischees bloßlegt, der viel zu sagen hat über das Leben zwischen den Kulturen – und dabei ungeheuren Spaß macht.

Am Ende bleiben die Zedern. »Alle Söhne lieben ihre Väter. Aber ich habe meinen verehrt. Weil er mich mitnahm in die Wunderwelten seiner Geschichten.«

Samir ist auf einer Reise, die Gegenwart und Vergangenheit verbinden soll: Er will endlich die Wahrheit über seinen Vater erfahren, der die Familie vor zwanzig Jahren ohne eine Nachricht verlassen hat. Mit einem rätselhaften Dia und den Erinnerungen an die Geschichten seines Vaters im Gepäck macht der junge Mann sich in den Libanon auf, das Geheimnis zu lüften. Seine Suche führt ihn durch ein noch immer gespaltenes Land, und schon bald scheint Samir nicht mehr nur den Spuren des Vaters zu folgen. Vielmehr ist es, als seien die Figuren aus dessen Geschichten real geworden. Sie bringen Samir einer Lösung näher, die seine kühnsten Vorstellungen übersteigt. Vor dem Hintergrund des dramatischen Schicksals des Nahen Ostens erzählt Pierre Jarawan eine phantasievolle, berührende und wendungsreiche Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln.

Selim Özdogan, Sohn türkischer Eltern, ist 1971 in Köln geboren, wo er heute noch lebt.
Seit seinem Debüt Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist hat er zahlreiche
Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht, zuletzt bei Haymon Der Klang der Blicke.
(2012) und DZ (2013). Wieso Heimat, ich wohne zur Miete hat er geschrieben, nachdem er ein halbes Jahr in Istanbul gelebt hat. Dennoch ist ihm die gegenwärtige Türkei noch ein noch größeres Rätsel als Deutschland.

Pierre Jarawan wurde 1985 als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Amman, Jordanien, geboren, nachdem diese vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Im Alter von drei Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Seit 2009 zählt er zu den erfolgreichsten Bühnenpoeten im deutschsprachigen Raum. 2012 wurde er Internationaler Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. Am Ende bleiben die Zedern ist sein Romandebüt, für das er 2015 das Literaturstipendium der Stadt München erhielt. Pierre Jarawan lebt in München.

Selim Özdogan liest aus Wieso Heimat, ich wohne zur Miete (Haymon)
Pierre Jarawan liest aus Am Ende bleiben die Zedern (Berlin)
Moderation: Sibylle Hamann (Journalistin)


Vergangene Termine