Literatur

Dorothea Nürnberg: Unter Wasser


Buchpräsentation

Zum Thema spricht Dr. Ralf Leonhard mit der Autorin
Musik: Fernando Paiva

„Ein fesselnder Entwicklungsroman rund um das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte, eingebettet in eine dem Untergang geweihte Kultur, und eine Liebeserklärung an das indigene Denken.“ Irmgard Kirchner, Chefredakteurin Südwind-Magazin

Die Vernichtung der tropischen Regenwälder gilt den meisten Europäern als fernliegendes Problem. Mit der Errichtung des weltweit angefeindeten Staudamms Belo Monte jedoch erreicht die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes einen kritischen Punkt, der sich nicht nur auf das Klima Südamerikas verheerend auswirkt.

Der Roman „Unter Wasser“ handelt von den vielen Facetten dieser Katastrophe. Drehpunkte der Handlung sind Wien, Amazonien, Mexiko City und São Paulo. Iracema, die Tochter eines Schamanen der Kayapó, die ihr Leben der vergeblichen Rettung ihres Volkes widmet, ein Bauingenieur jenes brasilianischen Energielieferanten, der den Staudamm errichtet, durch die Begegnung mit Iracema einen Bewusstseinswandel erfährt. Diego, Künstler, Fotograf widmet jener Gegend und ihren Menschen einen beeindruckenden Abgesang in Wort und Bild.
Chantal, Wienerin und Südamerikaexpertin, gerät durch eine Affaire mit einem hochrangigen Vertreter einer österreichischen Firma, die Millionen an den Geschäften rund um den Staudamm verdient, in psychische Abgründe – ebenso wie dessen Frau.
Selbstverlust auf vielen Ebenen bestimmt das Schicksal der Protagonisten des Romans. Doch haben die Katastrophen rund um die große Flut – Symbol auch für Verdrängtes, Schattenhaftes der Psyche – einen reinigenden, läuternden Effekt.
Für die Vertreter der indigenen Völker jedoch bleibt keine Hoffnung, sie verlieren durch die Überflutung ihrer Territorien Heimat, Kultur, Selbstachtung und Lebensgrundlage.


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