Klassik

Bruckner Orchester Linz


Das musikalische Highlight jedes Ars Electronica Festival ist die Große Konzertnacht. 2002 von Dennis Russell Davies, Chefdirigent des Linzer Bruckner Orchesters, initiiert, treffen hier klassische und elektronische Musik auf computergenerierte Visualisierungen. Eindrucksvoller Schauplatz für dieses einzigartige Konzert ist heuer die riesige Gleishalle in der POSTCITY.

Schon seit 2002 ist die Große Konzertnacht untrennbar mit dem Namen Dennis Russell Davies verbunden, dem Chefdirigenten des Brucknerorchesters. Wobei „Große Konzertnacht“ beileibe keine Übertreibung ist, beginnt diese doch üblicherweise um 19.00 Uhr und dauert bis weit nach Mitternacht. Das Format steht für einzigartige künstlerische Expeditionen, die von klassischem Orchesterklang bis zu Industrial Noise und Granular Synthesis führen. Und wahrscheinlich ist Ars Electronica das weltweit einzige Medienkunstfestival, das auch über ein Orchester „verfügt“ bzw. zusammenarbeitet, mit dem Jahr für Jahr neue Ideen und Konzepte erprobt werden können. Auf dem Programm jeder „Großen Konzertnacht“ stehen Uraufführungen von jungen KomponistInnen genauso wie die Meisterwerke der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Die Orchesterkonzerte werden dabei stets mit Performances von Digital Composers and Musicians kombiniert, für alle Stücke werden zudem KünstlerInnen mit Visualisierungen beauftragt.

Eingerahmt von der Industriearchitektur der POSTCITY bestreiten Dennis Russell Davies und sein Orchester den Auftakt der diesjährigen Großen Konzertnacht am Sonntagabend, 11. September. Nach einem Bläserstück der oberösterreichischen Komponistin Simone Zaunmairs „La Lucha“ steht mit „Rendez-vous avec Claude“ das Ensemblestück des Linzer Komponisten Marc Reibel auf dem Programm. Der Soundkünstler FM Einheit versetzt daraufhin die 13 Meter hohen Paketrutschen der POSTCITY in Schwingung und verwandelt sie in ein riesiges Klanginstrument. Thema seiner Soundperformance: Der Konsumrausch unserer Gesellschaft, der in den Paketrutschen der POSTCITY sein Symbol findet.

In der Gleishalle setzen dann Dennis Russell Davies und das Brucknerorchester fort: Mit „Ma Mere L’Oye“ von Maurice Ravel und Stravinskys „Le Sacre du Printemps“ werden dann feine Klangmalerei und monumentaler Orchesterklang des vorigen Jahrhunderts, komponiert an der Schwelle zur Moderne, die riesige Train-Hall durchfluten. Für die Echtzeitvisualisierungen der beiden großen Orchesterstücke werden 7 großflächige Projektionen, 3D-Kameras und kinetische Elemente zum Einsatz kommen. Die Echtzeitvisualisierung zu „La Mere L’Oye“ stammt vom Ars Electronica Futurelab und entstand als Auftragsarbeit der LA-Philharmonic für die Walt Disney Music Hall in Los Angeles (Erstaufführung im Februar 2016 unter Esa Pekka Salonen).

„Le Sacre du Printemps“ wird ebenfalls vom Ars Electronica Futurelab visualisiert. Neben den Projektionsflächen, die das Orchester auch seitlich umfassen, kommen dabei auch kinetische Elemente sowie spezielle LED-Lichtelemente zum Einsatz, um die räumlich- physische Wirkung der Visualisierung an die dominante Wirkung der Gleishalle anzupassen. Die Echtzeitvisualisierung von Cori O’lan bezieht ihre Parameter aus einer FFT-Analyse des Orchesterklangs und gestaltet daraus abstrakte Bildwelten, arbeitet aber auch mit konkretem historischem Bildmaterial.


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