Theater

Brigitte Knapp: Schatten


Ein interdisziplinäres Theaterprojekt, mit Sprechtheater und Tanz.

In der Leistungsgesellschaft darf man keinen Makel haben, man ist selbst dafür verantwortlich, dass das Leben läuft, reibungslos. Aber SIE hat eine unsichtbare seelische Krankheit, die den ganzen Menschen erfasst und dennoch keine erkennbaren Blessuren aufweist. Der Appell an die Einzelne, sich doch nicht hysterisch zu verhalten, liegt nahe.
Brigitte Knapp thematisiert in Schatten die Überforderung unserer Gesellschaft mit dem Thema Depression. Fast jeder Fünfte leidet einmal in seinem Leben an Depressionen, doch wird die Erkrankung von Betroffenen und in der Gesellschaft immer noch verdrängt, verharmlost und marginalisiert. Das macht die Erkrankten noch mehr zu Außenseitern und treibt sie in Rückzug und Isolation. Hilflosigkeit und Schuldgefühle belasten die Betroffenen wie auch ihr Umfeld.

Der Text lotet das Spannungsgefüge zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Hoffnung und Fatalismus, Verbundenheit und Isolation, Verständnis und Unverständnis aus und beschreibt in einem Wechselspiel von Licht und Schatten einen Zustand, für den es uns oft die Worte fehlen.

Ein Reigen. Vier Menschen kämpfen um ihre Beziehungen und ringen nach Worten. Sie hetzen ihnen hinterher und sind doch nicht im Stande sie zu greifen, zu begreifen. Wir bestimmen uns aus der Perspektive des anderen. Fremdbestimmung versus Selbstwahrnehmung. Dialoge und Textflächen wechseln sich ab - eine ideale Spielwiese für die Kombination von Sprechtheater und Tanz.


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