Theater

Bodo Wartke – Antigone


Posthof Linz

4020 Linz, Posthofstraße 43

Sa., 06.02.2021

20:00
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

Eine Schirmmütze, eine Handpuppe, eine Sonnenbrille, ein Schwert und ein Klavier. Viel mehr braucht Kabarettist Bodo Wartke für König Ödipus nicht.

Wartke und seine langjährige Bühnenpartnerin Melanie Haupt spielen alle Rollen des Stückes in rasanten Rollenwechseln mit wenigen Requisiten in minimalistischem Bühnenbild. Wie das Vorgängerstück ist auch "Antigone" komplett gereimt, die Sprache ist modern und es gibt wieder zahlreiche popkulturelle Verweise zu entdecken.

Wartkes zeitgemäße Interpretation widmet sich nicht nur in aller Tiefe der Geschichte von Ödipus' ältester Tochter, sondern bezieht auch die Vorgeschichte, die Sophokles in "Ödipus auf Kolonos" erzählte, mit ein. Dieses Verfahren, quasi den Hintergrund der "Story" mitzuerzählen, hat sich schon bei König Ödipus bewährt und liefert dem Publikum das nötige Wissen zum Verständnis der Tragödie.

Diese Inszenierung kann durchaus als aktuelles Theaterexperiment angesehen werden, denn auch der Frage, was heute an Antigone interessant ist oder gültig sein kann, wird nachgegangen. Den Blick richtet Bodo Wartke in seiner Adaption jedenfalls ganz auf die Begrenztheit des Menschen, sein Scheitern am Konflikt und die Menschwerdung durch das Scheitern.

Mit allem Respekt und doch humorvoll nähert sich Bodo Wartke, denn es geht um die Freude am klassischen Stoff. Zwar bleibt Antigone auch in Bodo Wartkes Fassung eine Tragödie, doch es ist sicher eine der komödiantischsten Versionen.

Text & Musik: Bodo Wartke
Regie: Sven Schütze
Dramaturgie: Carmen Kalisch