Theater

Blutiger Sommer von Alireza Daryanavard


Blutiger Sommer thematisiert die Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Iran Ende der 80er Jahre, die seitdem tabuisiert werden.

– Eine Produktion von Theaterkollektiv Hybrid in Kooperation mit WERK X-Petersplatz
– Uraufführung

Im Jahr 2008 wurde erstmalig die angenommene Zahl von 3.700 hingerichteten Gefangenen von Menschenrechtsorganisationen veröffentlicht. Sicher ist, dass diese Menschen ohne Urteil hingerichtet wurden; die Mehrheit waren Mitglieder linksgerichteter Oppositionsgruppen. Zu den mutmaßlichen Tätern zählen einige bis heute prominente iranische Politiker. Bisher fanden keinerlei Verurteilungen der Täter statt.
Das Stück basiert textlich auf Interviews mit Zeitzeugen, welche die jahrelange Gefangenschaft und Folter überlebt haben. Grundlage der Recherche sind außerdem Sammlungen von Tagebucheinträgen, Abschiedsbriefe der Ermordeten, sowie Fotografien von Gegenständen der Gestorbenen, die jeweils in einer Militärtasche den Angehörigen zurückgegeben wurden.

„Mein Vater wurde eine Woche nach dem ich ihn das letzte Mal gesehen habe, aufgehängt. Die sagen, dass mein Vater ein Landesverräter war, genau wie meine Mutter. Ich bin mit meiner Mutter sechs Jahre lang im Gefängnis aufgewachsen. An meinen Vater habe ich einige wenige Erinnerungen, die meine Mutter mir erzählt hat. Ich kann mich kaum erinnern, wie er mit mir gespielt hat, aber meine Mutter sagt, dass ich in diesem kleinen Zimmer im Gefängnis immer hinter Ameisen hergerannt bin und die waren mein einziges Spielzeug.“

Inszenierung: Alireza Daryanavard
Komposition: Pouyan Kheradmand
Bühnenbild: Geraldine Massing
Dramaturgie: Sogol Pour-Jahan, Mascha Mölkner
Produktionsleitung: Julia Haas, Rebecca Fuxen
Künstlerischer Berater: Rainer Vierlinger
Mit: Simonida Selimović, Karim Rahoma, Morteza Tavakoli
Fotocredit: Amin Pourbarghi

Am 5.3. findet ein Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung statt.


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