Pop / Rock

Bloc Party


Bei Bloc Party ist die Luft raus. Lang lebe Bloc Party! Nachdem deren Album „Silent Alarm“ 2005 erschienen war, war die Welt nicht mehr dieselbe. Schauer-Rock vom Feinsten, vielseitig und aufputschend, Songtexte, in deren Poesie sich baden ließ, kurz: eine ganz eigene Perspektive auf diese Welt. Doch mit der Zeit wurde es immer stiller um die vier Briten, es kam die Pause von 2009, und Bloc Party-Frontman Kele Okereke begann langsam damit, seine eigenen Ideen auch alleine zu verwirklichen. Wie es sich wohl anfühlt, wenn man so erfolgreich so lange in einer Band Musik gemacht hat, doch nun vermehrt den ganz eigenen Ideen folgt? Vielleicht wie eine Mischung aus ziemlich allem zwischen verletzlich und lebendig, stelle ich mir vor. Nun, wir könnten ihn natürlich auch selber fragen – mal vorausgesetzt, wir kommen vor lauter Tanzen überhaupt dazu, wenn Kele mit zwei äußerst tanzbaren Alben im Gepäck die poolbar//festival-Saison 2015 als wahrer Höhepunkt beendet.

Kele Okereke, allseits bekannt als der Sänger, Gitarrist und Songwriter der britischen Band Bloc Party, und dies nicht zuletzt wegen seiner wunderbaren Texte und der unverkennbaren Stimme, ist seit nunmehr bereits fünf Jahren mit seinem Soloprojekt Kele unterwegs. Am Anfang bestand dieses Projekt lediglich aus einem elektronischen Piano und ein paar Ideen, welche an einen New Yorker Produzenten gesendet wurden. Das Ergebnis, das im Jahre 2010 als erstes Soloalbum „The Boxer“ beim Londoner Label Wichita Recordings erschien, konnte sich direkt hören lassen und hielt zum treibenden Rock von Bloc Party ausreichend Abstand. Kele hatte die elektronische Musik für sich entdeckt, so hörte es sich zumindest für alle Bloc Party-Fans an. Einen Genrewechsel, so nannten es die MusikjournalistInnen. Und auch hier wäre es interessant zu wissen, wie sich ein Genrewechsel für denjenigen anfühlt, der ihn macht. Vielleicht war dieser große Wechsel nur ein Finden und Ausleben von etwas, das im Grunde schon immer da war, von etwas, das im Grunde schon immer formuliert werden wollte.

Doch zurück zu den hard facts: Letztes Jahr erschien bereits Keles zweites Album „Trick“. Es geht loungig zu auf dieser Scheibe – das Wort Clubmusic fällt in den Rezensionen – doch auch ganz schön tief, im Sinne von gefühlvoll. Was uns also erwarten wird? Fassen wir es doch einfach so zusammen: Tanzen! Tanzen! Tanzen! Und sich dabei in den Bässen verlieren. Und als bekennender Bloc Party- sowie Kele Okereke-Fan sehe ich es als meine Pflicht, erneut und explizit auf diesen Umstand hinzuweisen: Es erwartet uns Kele – höchstpersönlich! (Eva-Maria Ehlert)


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