Fotografie Ausstellung

Blickdicht – Dialog im Dunkeln


Was bedeutet es zu sehen? Um dies zu hinterfragen werfen zwei Fotografen einen Blick hinters Licht und machen das Nicht- Sehen zum Thema ihrer Ausstellung. Sehen mit allen Sinnen und einen Abend voller ungewöhnlicher Eindrücke und Erfahrungen verspricht die Ausstellungseröffnung von Ralph Nachtmann und Katharina Roßboth am 7. November im „Dialog im Dunkeln“.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die intensive Auseinandersetzung mit dem Sehsinn. Unabhängig voneinander führten zahlreiche Gespräche sowie Film- und Fototermine mit blinden Menschen die zwei Fotografen an die Welt des Nicht-Sehens heran. Mit den Räumen vom „Dialog im Dunkeln“, im Wiener Schottenstift, wurde nun der perfekte Rahmen gefunden um die Arbeiten und unterschiedlichen Erfahrungen von Ralph Nachtmann und Katharina Roßboth in der Doppelausstellung „Blickdicht“ zusammenzuführen.

„Blindes Sehen“ – Ralph Nachtmann

Im Rahmen seines Kunstprojekts versammelte Ralph Nachtmann insgesamt neun blinde Menschen und erarbeitete gemeinsam mit ihnen eine Möglichkeit, das Nicht-Sehen für Sehende spürbar zu machen. Nachdem sich die Protagonisten kurz vorstellen, erzählen sie von Situationen und Orten, die bei ihnen besondere Behaglichkeit oder Unwohlsein verursachen. Sie selbst lichten diese Umgebung intuitiv ab. Die Kamera als künstliches Auge dient hier als Transformator, um die visuelle Welt der Blinden zu übersetzen bzw. sichtbar zu machen. Ralph Nachtmann erarbeitet diese Gegebenheiten zusätzlich in einer eigenständigen Interpretation und schafft mit seinen Arbeiten die Überleitung von der Welt der Blinden in die Welt der Sehenden.

„24 unsichtbare Stunden“ & „Verborgene Bruchstücke“ & „Einblicke“ – Katharina Roßboth

In ihrer Ausstellungsreihe spannt Katharina Roßboth den Bogen über eigene Erfahrungen, Bild-Augenblicke und berührende Portraits – den Bildern gemeinsam ist der entscheidende Moment. Im Ausstellungsteil „24 unsichtbare Stunden“ erhalten die Besucher Eindrücke vom blind erlebten Tag der Fotografin, die sie mit einer analogen Kamera festgehalten hat. Der Exkurs „Verborgene Bruchstücke“ erzählt Kurzgeschichten über das Blinzeln und dem Augenblick, wo zufällige „Blinzler“ portraitierter Menschen mit dem „Blinzeln“ der Kamera zusammentreffen. Die Portraitserie „Einblicke“ zeigt blinde Menschen verschiedenstem Alters und Geschlechts in Stadt und Land, die selbstbewusst vor die Kamera treten.

Dialoge für Interessierte mit Ralph Nachtmann und Katharina Roßboth: Mi, 12.11., 17 Uhr und Fr, 21.11., 16 Uhr


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