Literatur

Birgit Birnbacher - Wir ohne Wal


Birgit Birnbacher (1985 geboren, in St. Veit aufgewachsen) ist eine neue, sehr eigenwillige Stimme, die Empathie und Präzision zusammenzubringen versteht. 2015 wurde ihr der Förderpreis der Rauriser Literaturtage verliehen und nun ist ihr erster Roman „Wir ohne Wal“ im Verlag Jung und Jung erschienen.

Was fängt man mit einem Leben an, das längst angefangen hat? Birnbachers Figuren lassen Wale steigen, leihen sich Geld für eine Fischbude in Camden, sitzen mit anderen nackt in fremden Wohnzimmern, wollen was tun, aber am liebsten was Großes. Sie sind politisch, fühlen sich machtlos, solidarisieren sich. Nehmen Drogen, aus Langeweile, überfallen eine Tankstelle, aus Dummheit. Sie suchen ihren Platz, und während sie sich fragen, was es zu bedeuten hat, dass der Mensch genetisch zu über 50 Prozent mit einer Banane übereinstimmt, kriegt einer die Kurve und eine andere die Panik.

Und was machen die mit Mitte 20? Ausbildung, studieren, etwas anderes, alles anders. Feiern, die Welt verbessern, labern. Aber das Leben: Ist das schon das Leben? Ist das alles schon ernst? Während sie noch darauf warten, dass es beginnt, müssen sie erkennen, sie sind längst mittendrin. Und aus diesem Mittendrin stürzt sich jemand von der Brücke und einer schaut zu.

Anton Thuswaldner (Literaturjournalist der SN, seit 1993 Jurymitglied des „aspekte“-Literaturpreises, 1996 Österreichi­scher Staatspreis für Literaturkritik) stellt die Autorin vor und führt anschließend an die Lesung ein Gespräch mit ihr.


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