Vortrag

Bionik - Warum Ingenieure mit Biologen reden sollten.


Die Bionik oder auch Biomimetik ist als Begriff zwar relativ neu, aber als Herangehensweise an praktische technische Probleme sehr alt. Schon die Vorfahren des modernen Menschen beobachteten Vorgänge in der Natur, abstrahierten die beobachteten Prinzipien und übertrugen diese dann in die Technik. Heute wird das Kunstwort Bionik gerne verwendet, manchmal auch inflationär und im völlig falschen Zusammenhang.

Im Rahmen dieses Salons soll nach einer kurzen allgemeinen Einführung zum Thema - was ist Bionik und was ist nicht Bionik – anhand von einigen Beispielen aktuelle Forschung aus dem Bereich vorgestellt werden. Dabei wird klar werden, dass es von der Beobachtung in der Natur bis zum fertigen Produkt manchmal ein sehr langer und mühsamer Weg ist. So war lange bekannt, dass Eulen lautlos fliegen können. Allerdings bedurfte es umfangreicher Messungen, um nach dem Vorbild der Schleiereule geräuscharme Axiallüfter zu entwickeln.

In anderen Bereichen ist man noch auf dem Weg. So hat etwa der Apothekerskink, auch Sandfisch genannt, sehr reibungsarme und verschleißfeste Schuppen. Dies ermöglicht ihm eine schnelle, schwimmende Bewegung in losem Flugsand. Im Labor konnten diese Eigenschaften bereits auf Kunststoffe übertragen werden. Die Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten so weit und bis zu einem möglichen Produkt sollen erörtert werden. Ein weiteres interessantes Reptil ist die Texanische Krötenechse. Dieses Tier kann Feuchtigkeit mit der Haut aufsammeln und gerichtet passiv durch kapillare Kanäle zwischen den Schuppen zum Mund transportieren. Bemerkenswert ist hier eben der gerichtete Transport: Tropft man der Echse Wasser auf den Körper, so fließt es zum Mund und nicht zum Schwanz. Wie diese „Wasserdiode“ funktioniert und was man mit diesen Erkenntnissen anstellen kann, soll ebenfalls behandelt werden.


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