Theater

Bikini


In »Bikini« zeigt Tina Müller uns drei Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Ein Abenteuer, das sie Grenzen überschreiten und Fehler machen lässt – teils mit heftigen Konsequenzen.

Der Geruch von Chlor, Pommes Frites und Sonnenmilch. Plärrende Lautsprecheransagen über verlorene Kleinkinder. Dünnes, zertretenes Gras auf den Liegewiesen. Menschenmassen in hässlicher Badekleidung, die sich in den Schwimmbecken aalen: Das ist der Sommer, das ist Zuhause und gleichzeitig die große, weite Welt für Conny, Cindy und Sandy.

Drei Schwimmbadnixen, noch mitten in der Pubertät und doch schon so erwachsen, mal selbstbewusst, dann wieder kindlich, verbringen sie jede freie Minute im Schwimmbad. Die blutjungen Bikini-Schönheiten sonnen sich in den begehrlichen Blicken junger und älterer Männer, genießen die neidischen Blicke ihrer Altersgenossinnen, thronen souverän über dem Freibadtohuwabohu rings um sie herum.

Es ist ein Sommer der großen Erwartungen, in dem ihnen die Welt zu gehören und alles möglich zu sein scheint. Wie das in diesem Alter eben so ist. Manchmal zickig, ziemlich auf Äußerlichkeiten fixiert, wie ihnen das die »Topmodels« von Heidi Klum und Melanie Scheriau im Fernsehen vorleben – dann wieder naiv in ihrem Blick auf die Welt, in ihren Träumen: Einen Sommer lang werden auf einer Liegewiese im Schwimmbad die ganz, ganz großen und wichtigen Themen diskutiert, natürlich geht es vor allem um Jungs und Liebe.

Erste Erfahrungen sammeln, die großen Gefühle zwischen Kitschklischee und Peinlichkeit ausprobieren, alles wollen, alles hoffen, dabei alles riskieren und die tief versteckten Unsicherheiten überwinden – und vielleicht enttäuscht werden. Am Ende ist die Unschuld verloren, in jeglicher Hinsicht – und alles wird anders sein, wenn dieser Sommer vorbei ist …

»Bikini« ist ein frisches Stück einer jungen Autorin: Tina Müller (Jahrgang 1980) hat schon in ihrem Migrationsdrama »Türkisch Gold«, das vier Spielzeiten mit großem Erfolg am Salzburger Landestheater gespielt wurde, ihren scharfen Blick auf die Themen von Jugendlichen bewiesen: ihr sicheres Gefühl für deren Lebenswelten und ihre Sprache.

Dauer: ca. 65 min \ keine Pause

Inszenierung Astrid Großgasteiger

Bühne und Kostüme Eva Musil

Dramaturgie Friederike Bernau


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