Literatur · Theater

Bibiana Beglau - Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (Clemens J. Setz)



Skurril, fantastisch, abgründig und melancholisch erscheint der Kosmos unterschiedlichster Ausnahme-Existenzen in den 18 Kurzgeschichten des jungen, erfolgreichen österreichischen Autors Clemens J. Setz.

In dem 2011 publizierten Buch „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ bestechen starke Bilder wie z. B. die Pestbeulen, die nach und nach das Geld und Portemonnaie einer Büroangestellten befallen, die Frau, die sich von ihrem Mann in einen Käfig sperren lässt, oder ein Künstler, der eine unfertige Skulptur schafft (das titelgebende Mahlstädter Kind), an der sich die Aggressionen der Betrachtenden entladen. Setz‘ Erzählungen widersetzen sich auf drastische wie zärtliche Weise ästhetischen wie moralischen Regeln und schaffen dabei ein umso spannenderes, weil widersprüchliches und ungeschöntes Bild der menschlichen Natur in all ihrer Zerbrechlichkeit.

Die Ausnahme-Schauspielerin Bibiana Beglau, Ensemblemitglied am Münchner Residenztheater, wird aus Setz’ Geschichtensammlung lesen. Bibiana Beglau wurde 1971 in Braunschweig geboren. Sie spielte an zahlreichen großen Theatern, u.a. am Burgtheater, dem Thalia Theater in Hamburg und der Volksbühne in Berlin und ist bekannt aus Film und Fernsehen. Am Residenztheater ist sie u.a. als Mephisto in Goethes „Faust“ in der Inszenierung von Martin Kušej sowie in „Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg“, inszeniert von Frank Castorf, zu sehen.