Jazz

Bevano Est/ Film: Hände über der Stadt


Die Gruppe Bevano Est kommt aus der Emilia Romagna und bietet musikalisch eine faszinierende Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen, wie Tango, Jazz und Tarantella.

Die außergewöhnliche Spielfreude der Italiener in Kombination mit einer ungewöhnlichen Instrumentierung, bestehend aus Violine, Klarinette, Gitarre, Schlagzeug und Akkordeon, bietet bereits seit über 25 Jahren einen wahren Hörgenuss. Neben ihren sprühenden und intensiven Live-Auftritten, ob in Theatern, in einer Osteria oder auf einer Piazza, sind Bevano Est auch Autoren vieler Filmmusikhits und komponieren für italienische Regisseure wie Giuseppe Bertolucci und Ermanno Olmi.

Stefano Delvecchio - Akkordeon, Gesang, Davide Castiglia - Violine, Giulio Cantore - Gitarre, Giampiero Cignani - Klarinetten

ROD STEIGER IN: LE MANI SULLA CITTA / HÆNDE ÜBER DER STADT
1963. Francesco Rosi. OmU u.a. mit Rod Steiger / Salvo Randone / Guido Alberti

Neapel 1963. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg ist die Stadt ein Schachbrett für die Spiele korrupter Politik und verschiedener Machtinteressen. Der Bauunternehmer Edoardo Nottola spekuliert mit dem Projekt zur Stadterweiterung. Bei Bauarbeiten seiner Firma stürzt in einem Armenviertel Neapels ein Wohnhaus zusammen. Nach Protesten der Opposition wird im Stadtrat eine Untersuchungskommission geschaffen, doch deren Arbeit versandet. Nottora weiß sich Verbündete zu schaffen. Er lässt das gesamte Viertel wegen Baufälligkeit räumen, um dort zu bauen, und wird zum Assessor gewählt. – Der Film thematisiert die unheilvolle Verflechtung von ökonomischer und politischer Macht im Italien der 60er Jahre und wird zu einer Parabel über Politik als Kunst der Machtergreifung. Le mani sulla cittá gewann bei den Filmfestspielen Venedig 1963 den Goldenen Löwen und steht auf der Liste der „100 Film italiani da salvare“.
„Gleich einem Journalisten präsentiert Rosi die Ergebnisse eigener investigativer Recherchen, dokumentiert mehr, als dass er dramatisiert. Die Figuren, viele von ihnen Laiendarsteller, werden psychologisch nicht auserzählt, sondern sind Repräsentanten eines prekären gesellschaftlichen Systems. Als materialistische Analyse, als demokratischer Realismus ging dieser Stil in die Filmgeschichte ein.“ Goldener Löwe 1963
Nottola ist Bauunternehmer und zugleich Abgeordneter der „Rechten” im Stadtparlament von Neapel. Er benützt seinen politischen Einfluss dazu, von ihm billig gekauftes Landwirtschaftsland am Stadtrand durch die Stadt umwidmen und für ein riesiges Siedlungsprojekt erschließen zu lassen, für das er auch noch staatliche Zuschüsse bekommt.
Als in der Innenstadt neben einer seiner Baustellen ein mangelhaft gesicherter Altbau einstürzt und zahlreiche Bewohner unter sich begräbt, verlangen die „Linken” durch ihren Abgeordneten De Vita eine Untersuchung.
Neben Abwehr der „Rechten” und schon fast verdächtig einhelligem Beifall bei der Koalition „Centro-Sinistra” fand LE MANI SULLA CITTÀ auch massive Kritik bei der äußersten Linken, die ihn als reformistisch ablehnten.


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