Klassik

Bertl Mütter, Trombonaut an Mut- und Wunderhorn


Au|di|ti|on steht für: (1) Auditive Wahrnehmung (Hörvermögen); (2) ein individuelles Hörerlebnis in der Religion; (3) eine Bewerbung in der Unterhaltungsbranche; (4) einen japanischen Horrorfilm aus dem Jahre 1999. Da der Filmtitel an Bedeutung (3) andockt, tasten wir die Rillen (1) bis (3) ab, in stetig wie willkürlich wechselnder Abfolge: Die Nadel will springen!
Fangen wir bei der Hörschwelle an, wo auch sonst: Was hören? Was für ein Hören? Welche Botschaften? Höhere Mächte? Höheres Hören? ... Meine Ohren sind meine Augen. Und meine Posaune ist mein Hörrohr, Hörbarmachrohr, und das passt sich individuell an, wie es sich gerade schickt (opportet). Weil genau so bequem brauchen wir es in dieser Zeit (in illo tempore), sonst gefällt man nicht sondern wird es, wie Mahlers Held in der Tragischen.
Wie nennt man eigentlich das Gegenteil von Hörschwelle? Hörgrenze? Schmerzschwelle? Wie geht es weiter? ... Keine Angst, ich spiele nur, es tut nicht weh, sicher nicht. Meine Tinnitusbehauptung ist nur temporär: Wer Auditionen hat, braucht keinen Arzt. Und die Musik, wusste schon Monteverdi zu fordern, muss vorausdenken; allzu billig ist es, im Nachhinein schon vorher klüger gewesen zu sein.


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