Klassik

Bertl Mütter, Atacama


Man könnte seine Musik als Slow Food für die Ohren bezeichnen. Wenn Bertl Mütter – einsam, nicht allein – am Podium steht und seine Instrumente hörbar beatmet, ist dies – zugleich! – karg und üppig, opulent gar, zuweilen.
Für das Festival NEUE WELTEN, das sich dieses Jahr Südamerika widmet, begibt er sich assoziativ in die trockenste Wüste, die zugleich nachts die lichtloseste Landschaft der Welt ist, von wo aus sich der unverfälschteste Blick ins Weltall werfen lässt. (Das Weltall, weniger noch als Wüste, buchstäblich beinah nichts.)
Fragen tauchen auf: Jene nach dem Blick aus dem Weltall zu uns auf dieser Welt, der Erde. Oder jene nach den Sprachen: Einem Exoterrestrier müssten sie sehr ähnlich, ununterscheidbar eigentlich, erscheinen. Als promovierter künstlerisch Forschender weiß Bertl Mütter, dass es Aufgabe der Kunst ist, Fragen zu stellen – Antworten gibt es schon allzu viele. Allzu einfache.

atacama, ein Vortrag klingender Gedanken aus der Schule des Staunens, gliedert sich in drei Teile, deren Dauer ungewiss ist; eine gewisse Ausbreitung braucht die Thematik aber allemal.
(1) Einstieg: Ein Abregnen an den Hängen der Anden
(2) Landschaft
(3) Ausstieg: Aufstieg in die Finsternis, ins Interatomare des Alls.
Es wird wohl auch um die Nichtigkeit unserer Existenz und uns selbst vorgemachten Wichtigkeit gehen.
Fliegen. Klingen.
Hören.


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