Kunstausstellung

Bernhard Leitner - Ton - Raum - Skulptur


Bernhard Leitner beschäftigt sich seit den späten 1960er-Jahren mit der auf empirischen Untersuchungen basierenden Frage, wie Raum akustisch und physisch erlebbar gemacht werden kann. In seinen Installationen und Objekten, die alle benutzbar oder begehbar sind, geht es darum, nur mit Hilfe von Tönen körperlich wahrnehmbare Räume zu erzeugen, die jeweils einer bestimmten skulptural-architektonischen Idee folgen.

Bernhard Leitner beschäftigt sich seit den späten 1960er-Jahren mit der auf empirischen Untersuchungen basierenden Frage, wie Raum akustisch und physisch erlebbar gemacht werden kann. In seinen Installationen und Objekten, die alle benutzbar oder begehbar sind, geht es darum, nur mit Hilfe von Tönen körperlich wahrnehmbare Räume zu erzeugen, die jeweils einer bestimmten skulptural-architektonischen Idee folgen. Voraussetzung ist die Aktivität der BetrachterInnen, die durch Liegen, Stehen und Bewegen im Raum Teil dieser Ton-Räume werden und denen sich auf diese Weise deren spezifische Wirkung erschließt.

Die von Florian Steininger kuratierte Ausstellung in der Shedhalle im Landesmuseum Niederösterreich in St. Pölten ist Bernhard Leitners erste umfassende Präsentation zu seinem künstlerischen Werk in Österreich. Sie setzt mit den theoretischen Skizzen „Tonraumuntersuchungen“ von 1969 ein – die Zeichnungen fungieren als Disegno und Codierung eines neuen akustisch-räumlich-körperlichen Systems. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die ersten „Ton-Raum-Skulpturen“ der 1970er-Jahre wie etwa die „Ton-Liege“, bei der der menschliche Körper von den Klängen durchdrungen wird. Für die Ausstellungsräume in der Shedhalle hat Bernhard Leitner eigens Ton-Raum-Installationen mit „Feldcharakter“ entwickelt. Seine internationale und singuläre Position unterstreichen zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, wie etwa an der ars electronica, Linz, 1982, an der documenta 7, Kassel, 1982 und an der Biennale di Venezia, Venedig, 1986. Als Leitner Wien Ende der 1960er-Jahre verließ und New York als Zentrum seiner künstlerischen Tätigkeit auswählte, wurde er zu einem wichtigen Protagonist der internationalen Avantgarde im medienübergreifenden Kontext. Seine damalige Loslösung von Europa ermöglichte ihm ein offenes Feld an Innovation und Experiment.

Bernhard Leitner wurde 1938 in Feldkirch geboren und studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Bevor er Europa für viele Jahre den Rücken kehrte, absolvierte der Pionier der Klangkunst von 1963 bis 1966 in Paris einen Studienaufenthalt. 1968 folgte die Übersiedelung nach New York, wo Leitner von 1969 bis 1971 als Urban Designer im Department of City Planning arbeitete. Danach war der Ton-Raum-Künstler von 1972 bis 1981 als außerordentlicher Professor an der New York University tätig. Die Jahre 1982 bis 1986 verbrachte er in Berlin, bis es ihn 1987 wieder nach Wien zog und er bis 2005 als Professor für Gestaltungslehre an der Universität für angewandte Kunst in Wien lehrte. Heute befindet sich ein Teil seiner permanenten Installationen u.a. im Ton-Raum der Technischen Universität Berlin (seit 1984) und im Ton-Raum Buchberg (seit 1991) sowie der „Klangstein“ im Kulturbezirk St. Pölten (seit 2003) und „Le Cylindre Sonore“ im legendären Parc de la Villette in Paris (seit 1987). Bernhard Leitner lebt und arbeitet in Wien und Ravelsbach/NÖ.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine zweibändige Publikation im Schuber (DE/EN) mit Textbeiträgen von Isabella Marboe, Stefan Fricke, Florian Steininger und einem Wiederabdruck (Manifest) von Bernhard Leitner.

Bildlegende:
Bernhard Leitner, Ton-Anzug, 1975, © Atelier Leitner
Bernhard Leitner, „Immaterielles Gewölbe”, Ton-Röhre, 1974, © Atelier Leitner
Bernhard Leitner, Ton-Liege, 1975, © Atelier Leitner


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