Theater

Berlin Alexanderplatz



Alfred Döblins 1929 erschienenes Buch „Berlin Alexanderplatz“ ist gleichzeitig Erweckungsroman, Zeitdokument und visionärer Ausblick auf die entfremdete Welt der Moderne und Postmoderne. Seine Helden sind die Stadt und ihre Menschen, die eine Symbiose eingehen und ohne einander verloren wären. Berlin bietet das Biotop für Franz Biberkopf, der exemplarisch steht für Millionen kleiner Leute, die ins Leben geworfen werden und versuchen sich durchzuschlagen und nicht unterzugehen. Döblin, der im Berlin der 20er Jahre als Nervenarzt arbeitet, fasst seine Beobachtungen in einem Roman zusammen, der weit über seine eigene Zeit hinaus weist bis in unsere Gegenwart hinein. Er beschreibt mit Franz Biberkopf und den weiteren Figuren wie Reinhold, Lina, Mietze, Dreske und Pums den neuen alten Menschen, der unzureichend gerüstet in eine Zeit aufbricht, die ihn vor ungeahnte Herausforderungen stellt.

Das Wiener Schubert Theater hat sich in dieser Spielzeit die Erkundung der Wirklichkeit zu seinem Motto gemacht. Eine solche Expedition in den Alltag und an die Wurzeln der menschlichen Existenz ist Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“, der zu den Schlüsselerzählungen des 20. Jahrhunderts zählt. Mittels des Figurenspiels kann dieses kleine Theater zur Experimentalbühne werden und die große Welt im Kleinen erforschen, ohne von vorne herein zu scheitern oder lächerlich zu wirken, denn es ist ein fraglos wahnwitziges Unterfangen den Kosmos Berlin, den Kosmos Großstadt, den Kosmos Mensch auf eine Bühne stellen zu wollen.

MIT Aleksandra Ćorović, Markus Peter Gössler
REGIE & FASSUNG Martina Gredler
BÜHNE Claudia Vallant
PUPPENBAU Christoph Bochdansky
MUSIK & DRAMATURGIE Jana Schulz
LICHT Simon Meusburger