Kunstausstellung

Befreit und besetzt. Oberösterreich 1945–1955


Sonderausstellung im Rahmen des Projektes „Nach dem Krieg. Oberösterreich 1945-1955“ des Oberösterreichischen Landesmuseums.

Die Zeitspanne zwischen 1945 und 1955 war vom Bemühen gekennzeichnet die demokratischen, wirtschaftlichen und öffentlichen (Infra-)strukturen wieder zu errichten. Die Ausstellung wird daher zunächst einen Überblick über die für Oberösterreich drängendsten Probleme bieten. Dazu gehören in erster Linie die Situation unmittelbar vor und nach dem Kriegs¬ende (Todesmärsche, Flüchtlingstrecks, Einmarsch US-amerikanischer Truppen, Befreiung der KZ), in der Folge Entnazifizierung, Teilung in Besatzungszonen, Lebensmittelversorgung und schlie߬lich die Erlangung der Souveränität.

Eigentlicher Schwerpunkt der Ausstellung ist jedoch die Auseinandersetzung mit jenen Massen an Menschen, die binnen kurzer Zeit aus zahlreichen und höchst unterschiedlichen Gründen nach Oberösterreich kamen und/oder Oberösterreich nicht verlassen konnten. So stieg die Bevölkerungszahl Oberösterreichs im Sommer 1945 kurzfristig von rund 900.000 auf über zwei Millionen. Woher kamen diese Personen, welche Pläne, Hoffnungen und Erwartungen hatten sie, wie gingen Politik und lokale Bevölkerung mit diesen höchst inhärenten Personenkreisen um, welchen politischen, kulturellen, ideellen Einfluss hatten sie? Was sind die grundlegenden Fremd- und Eigenzuschreibungen von Ex Enemy Displaced Persons (Flüchtlinge und Vertrie¬be¬ne, Heimkehrer, Kriegsgefangene) und Allied bzw. Neutral DPs (Widerstands¬kämpferInnen, politisch Verfolgte, ehemalige KZ-Häftlinge, jüdische DPs, (R)EmigrantInnen)? Wie verlief der jeweilige Kampf um Anerkennung und Integration? Welche Geschichts(zerr-)bilder und Erinnerungskulturen pflegen die einzelnen Gruppierungen?


Vergangene Termine