Alte Musik · Klassik

Barockensemble des Kammerorchester Scheibbs


Barockensemble des Kammerorchester Scheibbs
Stephanie Pfeffer, Sopran
Nicholas Spanos, Kontratenor

Giovanni Battista Pergolesi
Stabat mater für Sopran, Altus, Streicher und Basso continuo

Johann Philipp Kirnberger
Sinfonie in D-Dur für Streicher, Basso Continuo und 2 Hörner

Georg Friedrich Händel
Concerto grosso in G-Dur, op.6/1, HWV 319

Zu Beginn des Konzerts steht eine eher unbekannte Sinfonie von Johann Philipp Kirnberger, der zu den bedeutendsten Musiktheoretikern des 18. Jahrhunderts zählt. Er galt als großer Bewunderer Johann Sebastian Bachs. Bekanntheit erlangte Kirnberger vorwiegend durch seine musiktheo retischen Schriften und durch die von ihm konstruierten temperierten Stimmungen für Tasteninstrumente („Kirnberger Stimmung“). Dennoch zählen seine Kompositionen zu kleinen, meist unentdeckten und wenig gespielten Kostbarkeiten, sowie diese Sinfonie in D - Dur. Dabei treten die Hörner fallweise solistisch hervor, vorallem im 2. Satz, oder fügen sich in den vorklassischen Streicherklang ein. Das abschließende Tempo di Minuet zeigt sich ganz in der Tradition des höfischen Charakters des Spätbarock.

Das Con certo grosso op.6/1 von G. F. Händel ist das erste aus einer Serie von zwölf Concerti grossi, die der Komponist in einem Zeitraum von nur fünf Wochen (September und Oktober des Jahrs 1739) schuf. Ursprünglich wurden diese kammermusikalischen Meisterwerke z wischen den Oratorien von Händel aufgeführt. Musikalisches Vorbild Händels waren zweifellos die Concerti grossi op.6 von Arcangelo Corelli, hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Serie von zwölf Concerti grossi. Die Solistengruppe, bestehend aus zwei Vi olinen und Violoncello, steht einem vierstimmigen Streichensemble mit Basso continuo gegenüber.

Das Hauptwerk des Konzerts ist das „Stabat mater“ von G. B. Pergolesi, den ein kurzes, aber unglaublich schaffensreiches Leben kennzeichnet. Pergolesi, der den Gr oßteil seines Lebens in Neapel verbrachte, komponierte viele Bühnenwerke, aber auch eine Vielzahl von Sakralen Werken.

Eines seiner bedeutendsten Kompositionen ist das Stabat mater, das sich schon kurz nach seiner Entstehung besonderer Beliebtheit erfreute und bis heute ein oft gespieltes Werk blieb. Wahrscheinlich ist es auch Pergolesis letzte Komposition, die er wenige Tage vor seinem Tod zu Ende brachte. Pergolesi verstarb am 16. März 1736. Sein Werk drückt den Schmerz und die Trauer Marias aus, die um i hren am Kreuz sterbenden Sohn klagt.

Das Barockensemble des Kammerorchesters Scheibbs wurde 2011 aus Mitgliedern des Stammorchesters gegründet. Dieses Ensemble, das ohne Dirigent spielt, wird von Judith McGregor (einer gebürtigen Scheibbserin) geleitet. In den vergangenen drei Jahren wurden einige sehr schöne Konzerte gestaltet, unter anderem eine konzertante Fassung von G. B. Pergolesis Oper „La serva padrona“ sowie ein Barockkonzert im Rahmen des Festivals „Bühne im Fluss“ (Viertelsfestival Mostviertel, 2012) mit Werken rund um den Sc heibbser Komponisten Johann Heinrich Schmelzer. Das Scheibbser Barockensemble ist auch immer wieder auf der Suche nach Werken weniger bekannter Meister. So wurde zuletzt eine Sinfonie für Streicher von Unico van Wassenaer aufgeführt und in diesem aktuellen Programm findet sich eine kleine Sinfonie von Johann Philipp Kirnberger (für Streicher, b.c. und 2 Hörner), dessen Notenmaterial nie verlegt wurde, sondern lediglich in der Staatsbibliothek in Berlin zu finden ist.


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