Jazz

Barcode Quartet


Die Sängerin Annette Giesriegl ist eine Sirene, gewiss. Soll der mythologische Gesang des Fabelwesens doch von niemals gehörten, betörenden Dimensionen gewesen sein. In der heutigen Musikwelt firmiert die Nette aus Tirol aber wohl eher als eine Stimmakrobatin mit enormem dynamischen Potenzial.

Immerhin arbeitet sie nicht nur im Bereich Jazz und improvisierter Musik, sondern hat sich mit ihren Studien über Oberton- und Kehlkopfgesang, indischen Gesangstechniken und raffinierten elektronischen Erweiterung ihrer Stimmbandfolter auch alle erdenklichen Voraussetzungen erworben, um Noten und Disziplinen hinter sich zu lassen. Und um sich auf ein Terrain zu begeben, wo nichts sicher ist, außer die Überraschung. Das gibt dem strukturellen Spiel dieses ungewöhnlich instrumentierten, astreinen Improvisationsquartett selbst bei aller Abstraktion da und konzentriertem Ensemblegeist dort eine gewisse Linie im Drang nach musikalischer Progression.

Und steht in einem Dialog mit der englischen Geigerin Alison Blunt wie er im heutigen Begriffssinn der Kontrapunktik herausfordernder kaum sein kann.

Der Sound kann in so einem heterogen Ensemble expliziter Individualisten aber auch nur flüchtig und diffus, auf alle Fälle nur schwer fassbar sein. Letztlich ist diese Unfassbarkeit aber auch ein nicht unwesentlicher Teil der interdisziplinären Erkundungen, deren grundlegende Mission der musikalische Prozess an sich ist. Der Kunstgriff aber liegt wohl darin, dass hinter gereiztem Ton, radikaler Kontrapunktik und komplexer Textur noch eine Seele baumelt.

Annette Giesriegl - voice

Alison Blunt - violin

Elisabeth Harnik - piano

Josef Klammer - drums, electronics


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