Diverses · Literatur

Barbara Rieger, Friedrich Hahn


Witwer Stefan kämpft gegen die Vergänglichkeit an. Sein Kampf ist ein sanfter, geprägt von Routinen. Der frühpensionierte ÖBBler hat immer schon gern gelesen und hat auch diverse Hobbys, die ihm jedoch nichts Neues mehr geben können. Sein Leben ist ein Loop, bis er dem Schulkollegen Karl begegnet, der ihm einen Job in einem ominösen Gebäude anbietet. Dort ist Stefan plötzlich auf sich allein gestellt und die Reise ins Innere beginnt. »Niemand wird es je erfahren«, wo sich die Grenze zwischen Realität und Vorstellung des Helden Stefan befindet. Friedrich Hahn hat eine Form gefunden, mit subtilem Witz über das Älterwerden zu schreiben.

Friedrich Hahn, *1952 im Waldviertel; freier Schriftsteller und Schreibpädagoge. Zahlreiche Romane, Gedichtbände, Essays, Hörspiele, Theatertexte – zuletzt (u. a.): halsüberkopf. 99 Mikroromane und ein Fotoessay (2017); Komme, was wolle. Ein facebook-Roman (2017); Sonja und die weißen Schatten. Roman (2018).

Die Ich-Erzählerin lernt Marie in einer Bar kennen. Sie fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Denn Marie ist all das, was sie gerne wäre: mutig, extrovertiert und lebenshungrig. Marie macht auch, was sie will, während das Ich eine gescheiterte Beziehung zu verdauen hat und versucht, sich von ihren Eltern zu emanzipieren. Aber Maries Biografie wird zunehmend brüchiger, die Begegnungen werden verstörender, und irgendwann verschwimmt das Bild der Realität. Ein geheimnisvoller Text mit knisternder Atmosphäre über zwei Figuren, die nicht eins sein können, aber wollen. (Markus Köhle)

Barbara Rieger, *1982 in Graz; Autorin, Lektorin und seit 2018 Leiterin des Lehrgangs Wiener Schreibpädagogik. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Melange der Poesie. Wiener Kaffeehausmomente in Schwarzweiß (hg. mit Alain Barbero, 2017).


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