Literatur · Theater

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin


Dai Sijies erster Roman steht für vieles: Eine Geschichte der weiblichen Emanzipation, eine Geschichte des geistigen Widerstands im China der Kulturrevolution, eine Liebeserklärung an die Kraft der Literatur – verpackt in eine charmante einfache Erzählung von zwei jungen Männern, die sich in ein und dieselbe Frau verlieben.

Eine Geschichte, die das alte China der Traditionen heraufbeschwört, seine Gelehrsamkeit, seinen Forschergeist, seine Sprachverliebtheit – alles heute bedroht durch starre kommunistische Maximen und viel mehr noch durch rabiaten autoritären Kapitalismus. Eine Geschichte, die in fast heiterer Gelassenheit eine Brücke schlägt zwischen westlicher und fernöstlicher Kultur, zwischen Geschichte und Gegenwart.

Der 1954 geborene und seit 1984 im Exil in Paris lebende Autor Dai Sijie ist einer der wichtigsten Repräsentanten der chinesischen Literatur. Von 1971 bis 1974 in ein kleines Bergdorf zur kulturellen Umerziehung verschickt, studiert er nach dem Tod Maos Kunstgeschichte und emigriert nach Paris. Dai Sijie ist bis heute in China mit Publikationsverbot belegt, seine Werke erfreuen sich aber auf dem Schwarzmarkt großer Beliebtheit.

Es liest: Margareta Grießler-Hermann
Violine: Yoonhee Kim


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