Jazz · World Music

Avishai Cohen Quartett


Wenn sich ein Kontrabassist auf einer CD auch als Pianist hören lässt, ist das an sich noch nicht so ungewöhnlich. Wenn allerdings der Auftritt am Klavier im Duett mit einer Koryphäe namens Chick Corea stattfindet, wirkt das ganz schön wagemutig. Im Falle des 1971 in einem Kibbutz im Norden Israels geborenen Avishai Cohen sind solche Ausritte schlicht Teil der Biographie eines außergewöhnlichen Musikers, der auch noch überzeugend singen kann, und das in Hebräisch, Jiddisch, Spanisch und Ladino.

Von 1996 bis 2003 spielte Cohen im Sextett bzw. Trio von Chick Corea, und damit bei einem Musiker mit ausdrücklichem Faible für das „Latin“ im „Jazz“. Spanische und lateinamerikanische Musiker waren es auch, die in frühen Jahren der Laufbahn von Avishai Cohen entscheidende Impulse gaben, z.B. Andy Gonzalez oder der puertoricanische Pianist Ray Santiago. Nimmt man dazu die Einflüsse aus seinem Elternhaus, ergibt sich ein umfassendes musikalisches Weltbild. Israel sei ein Schmelztiegel vieler Völker aus aller Welt, und Musik in und aus Israel sei vielfältig, mit arabischen, süd- und sogar nord-europäischen Einflüssen, meinte Avishai Cohen in einem Interview für das Magazin Downbeat. An anderer Stelle beschreibt er, dass sich für ihn als Musiker, der seit bald 20 Jahren unterwegs sei, Heimat immer mehr als Sache von Menschen & Gefühlen darstelle.

„Die Musik ist meine Heimat, und sie trägt daher Elemente meiner familiären Herkunft in sich, seien es die Lieder in Ladino, wie sie mir meine Mutter vorsang, oder die osteuropäischen Einflüsse von der Seite meines Vaters.“ So findet der heutige Tag, dessen Thema vom Mittelmeer inspiriert ist, in diesem Konzert vielleicht seinen Höhepunkt, bei einem Musiker, der auch ein Stück namens „The
Seven Seas“ (Die sieben Meere) geschrieben hat.


Vergangene Termine