Kunstausstellung

Avery Singer - Sailor


Secession Wien

1010 Wien - Innere Stadt, Friedrichstraße 12

Fr., 18.11.2016 - So., 22.01.2017

Mo: Geschlossen
Di: 10:00 - 18:00 Uhr
Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
Do: 10:00 - 18:00 Uhr
Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
So: 10:00 - 18:00 Uhr

Mit der amerikanischen Künstlerin Avery Singer stellt die Secession eine junge Malereiposition vor, die Referenzen auf Kunstgeschichte und Zeitgenossenschaft ebenso selbstverständlich in ihr Werk integriert wie die medialen Bedingungen und Mechanismen des Digitalen.

Avery Singers großformatige Bilder kennzeichnet eine formal und semantisch ausgeklügelte Widersprüchlichkeit. Ihre Motive thematisieren häufig jene Prozesse der Banalisierung, die man mit den Stereotypen des Kunstbetriebs assoziiert und die KünstlerInnenkarrieren als nostalgische, kommerziell konstruierte Fantasie eines bohemehaften Ausdrucks erscheinen lassen: die ritualisierten Verhaltensweisen bei Atelierbesuchen, Konventionen des Ausstellens, Bedingungen der eigenen Kunstproduktion, aber auch Happenings und Partys.

Die dargestellten Innenräume sind gefüllt mit abstrahierten Figuren und Objekten. Sie werden beherrscht von Masken, Spiegeln und Schattenwürfen, die sich verselbständigen und wie ein Netz über den Figuren liegen. Ebenso spielerisch wie humorvoll greift Singer das Material großer Bildtraditionen auf und konfrontiert dabei ihre Malerei mit der eigenen Geschichte. Indem sie auf kostenlose Grafik-Software zurückgreift, um ihre Ästhetik auszubilden, reflektiert sie in ihren Gemälden die spätkapitalistische Vorstellung, dass Vernetzungsgrad, Kommunikation and im Besonderen die Produktion innerhalb digitaler und soziales Sphären schon für sich genommen Aktivposten darstellen.

Während der letzten Jahre verzichtete Avery Singer in der Tradition der Grisaille-Malerei auf Farbe und reduzierte ihre Palette stattdessen auf Schwarz, Weiß und Grautöne. Erst kürzlich hat sie begonnen, in sehr begrenztem Rahmen Farbe in ihre Malerei zu integrieren. Ihre kastenförmigen Figuren und geometrischen Kompositionen erinnern vielfach an die frühe Abstraktion des Kubismus, basieren jedoch auf vektorgenerierten Körpern, die die Künstlerin am Computer im Amateur-Softwareprogramm SketchUp konstruiert, bevor sie sie auf die Leinwand projiziert und mittels Airbrush-Technik umsetzt. Die so produzierte perfekte Flachheit der Malereioberfläche erzeugt dabei eine irritierende Wechselwirkung mit der illusionistischen Räumlichkeit von Singers Bildkompositionen.

Avery Singer, geboren 1987 in New York, lebt und arbeitet in New York.