Ausstellung: Wissen

Autos verändern die Stadt


Das Wiener Stadt und Landesarchiv zeigt von 5. April bis 26. August 2012 eine Ausstellung über die Wiener Verkehrsplanung der 1950er-Jahre.

Das Wiener Stadt und Landesarchiv zeigt von 5. April bis 26. August 2012 eine Ausstellung über die Wiener Verkehrsplanung der 1950er-Jahre.

Für Mobilität im innerstädtischen Raum sorgte noch in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkrieges in erster Linie das dichte Wiener Straßenbahnnetz. Unmittelbar nach Kriegsende dominierten Militärfahrzeuge sowie Fußgängerinnen und Fußgänger das Straßenbild. Nach der raschen Wiederherstellung des Fuhrparks der Verkehrsbetriebe schien die Dominanz der Straßenbahn ungebrochen. Schon zu diesem Zeitpunkt war der Stadtplanung jedoch klar, dass das Zeitalter des Individualverkehrs bald anbrechen sollte. Schon zu Beginn der 1950er-Jahre erforderte der sprunghaft angestiegene Autoverkehr erste Maßnahmen, die der Trennung von Autos und Fußgängerinnen sowie Fußgängern dienten. Verkehrsplanung

In den 1950er-Jahren wurden wichtige Unterführungen gebaut. 1951 am Matzleinsdorfer Platz, 1953/55 die "Jonas-Grotte" bei der Oper, 1958/59 der Südtiroler Platz und 1960/61 das "Jonas-Reindl" am Schottentor. Die Zahl der Pkw stieg weiter an. Daraus entstanden neue Herausforderungen und Probleme. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend setzte eine im Jahr 1955 einberufene Verkehrsenquete auf die Beseitigung von "Verkehrshindernissen". In der City war die Parkplatznot so groß, dass Parkraumbewirtschaftung geplant und erste Parkgaragen wie jene am Schottentor gebaut wurden. Verkehrsunfälle

Zu den Schattenseiten der Motorisierungswelle zählte die hohe Zahl an Verkehrstoten. Im Wien der späten 1940er- und der 1950er-Jahre krachte es am laufenden Band. Straßenbahn gegen Lkw, Lkw gegen Pkw, Pkw gegen Motorrad und nicht zuletzt Pkw gegen Fußgängerinnen und Fußgänger. Vor allem Kinder und alte Menschen waren nicht gewohnt, mit der Verkehrslawine im Alltag umzugehen. Es gab weitreichende Planungen wie der Wiental-Autobahn, die jedoch nicht verwirklicht wurden. Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik behielten eine gewisse Skepsis gegenüber allzu großen Veränderungen des Stadtbilds. Diese Skepsis schwächte die Entwicklung Wiens zur "Autostadt" ab.


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