Kunstausstellung

Austrian Ikebana Art. Doris Wolf: 40 Jahre japanische Blumenkunst


Mit der Einzelausstellung "Austrian Ikebana Art" feiert Doris Wolf ihr 40-Jahr-Jubiläum in der japanischen Blumenkunst Ikebana. Die Wiener Künstlerin zeigt Objekte aus natürlichen und unkonventionellen Materialien.

Als Doris Wolf 1978 ihre Ikebana-Ausbildung begann, war diese Kunst hierzulande noch nicht so bekannt. Viele dachten, Ikebana sei eine Kampfsportart oder eine japanische Speise. Das hat sich inzwischen geändert, es gibt mehr Ausstellungen sowie Workshops und Demonstrationen japanischer Meister. Doris Wolf und ihre Mutter Hilde Wolf waren unter den Ersten, die in Wien Ikebanakurse besuchten. Hilde Wolf ist heute das langjährigste Mitglied von Ikebana International Vienna Chapter.

Hana bedeutet Blume, auch Pflanze oder Zweig. Ikeru meint das Arrangieren. Ikebana zu gestalten, ist mehr, als Blumen dekorativ anzuordnen. Auf den ersten Blick fallen die asymmetrische Form und der "Raum für die Gedanken" auf. Entscheidend ist die Harmonie der Materialien, Farben, Formen und Gefäße. Nach der Überlieferung der - bis heute bestehenden - Ikenobo-Schule entstand diese mit der Einführung des Buddhismus in Kyoto. Ein auf festen Regeln beruhender Ikebana-Stil (Tatebana) ist im 15. Jh. im feudalen Umfeld der Samurai nachweisbar.

1927 gründete Sofu Teshigahara (1900 - 1979) die Sogetsu School. Im Kontakt mit der künstlerischen Avantgarde entstanden bahnbrechend neue Formen. Bekannt ist die Sogetsu School u.a. durch die Einführung nonfloralen Materials. Sofu, der "Picasso der Blumen" genannt wird, versteht ein modernes Ikebana-Kunstwerk als Einheit von Pflanze, Gefäß, Mensch, Raum und Licht. Seine Enkelin Akane, die jetzige Leiterin, sagt: "Wir verstärken die Schönheit der Natur mit unseren Gefühlen. Verschiedene Menschen drücken mit dem gleichen Material ganz Unterschiedliches aus." Sie ermutigt die Studierenden, Pflanzen zu beobachten, deren Schönheit zu entdecken und in den Arrangements der eigenen Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen.

Dieser Zugang kommt Doris Wolf sehr engegen. Sie begann ihren Ikebana-Weg in den Sommerferien 1978, noch als Schülerin. Im folgenden Jahr besuchte sie acht Seminare der Ikenobo-Schule und erwarb drei Zertifikate. Inzwischen hatte sie ihre pädagogische Ausbildung mit der Befähigungsprüfung für Arbeitslehrerinnen abgeschlossen. Das Interesse an Ikebana führte sie zur Entscheidung, als zweiten den Floristenberuf zu erlernen. 1982 beendete sie diese Ausbildung. Etwa zur gleichen Zeit erschienen die ersten Curricula als Voraussetzung für Sogetsu-Zertifikate. Doris Wolf erwarb vier Zertifikate, zu denen später Lehrerdiplome kamen. Ihr Lehrername Ko En bedeutet "roter Park". 1987 gründete sie ihre StudioGalerie. Dort organisierte sie mehr als 200 Ausstellungen, und gestaltete oft Ikebana zu den von den Künstlern ausgestellten Werken.

Ideenreichtum und Reduktion charakterisieren den persönlichen Stil von Ko En. Dabei verbindet sie Großzügigkeit mit Exaktheit bis ins Detail. Was Doris Wolf auszeichnet, ist das Zusammenspiel von Kreativität und technischem Können, Theorie und Praxis. Das Weitergeben der Kenntnisse und Erfahrungen mit individueller Betreuung der KursteilnehmerInnen in der StudioGalerie - die hier auch Zertifikate und ein Lehrerdiplom erwerben können - ist ihr ein großes Anliegen. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind und waren Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. im Teehaus im Setagaya-Park (Wien-Döbling), Vienna International Centre, Welser Messe und in der eigenen Galerie, sowie regelmäßige Ausstellungsbeteiligungen bei Ikebana International Vienna in der Wiener Hofburg (Weltmuseum) und den japanischen Festen in Baden bei Wien. Wie jede Kunst ist Ikebana ein Spiegel des Zeitgeistes. Daher sind Kontakte mit Japan und laufende Schulungen inspirierend und notwendig.


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