Kunstausstellung

Ausstellungen 2019 im Leopold Museum: Ein Ausblick


Leopold Museum

1070 Wien, Museumsplatz 1

Di., 01.01.2019 - Do., 31.01.2019


Es wir ein Jahr der Expressionisten, der Wiener Moderne, der "kantigen und eckigen Querdenker": Das Leopold Museum präsentierte die kommenden Ausstellungen für 2019 - und zog für das vergangene Jahr eine sehr positive Bilanz.

"2018 war das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Museums." Mehr als zufrieden eröffnete Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger am Donnerstag die Jahrespressekonzerenz des Hauses. Und schien damit auch nicht zu übertreiben: Das Leopold Museum freute sich im vergangenen Jahr über satte 520.000 Besucher (Stand mit November 2018) - bei einer Zielsetzung von 400.000 Besuchern innerhalb von elf Monaten. Ausschlaggebend für diese sehr positive Bilanz seien neben den Ausstellungen selbst auch die rund 200 Veranstaltungen im Rahmenprogramm gewesen. "Andere mögen damit vielleicht ein Problem haben, wir freuen uns und haben dafür immer offene Türen", so Wipplinger, der es als Auftrag des Hauses sehe, auch ein vielleicht nicht allzu kunstaffines Publikum anzuziehen.

Die kaufmännische Direktorin Gabriele Langer fasste den Anstieg als ein Besucherwachstum von 37 Prozent zusammen - "erfreulicherweise" seien insgesamt 31 Prozent heimische Besucher gewesen (im Jahr zuvor hatten lediglich 13 Prozent Österreicher das Museum besucht). Grund für die wachsende Popularität des Hauses unter heimischen Kunstinteressierten seien laut Langer unter anderem die Donnerstagabend-Aktion (freier Eintritt von 18 bis 21 Uhr), die medienwirksame Sammlung "Heidi Horten" sowie das Schwerpunktjahr der Wiener Moderne mit Schauen zu Schiele und Klimt gewesen.

Die Mehreinnahmen habe man in Sanierungsmaßnahmen und Neugestaltungen im Haus investiert: Nebst neuer Kassen und mehr Barrierefreundlichkeit gibt es (selbstredend pünktlich zur Vorweihnachtszeit) auch einen neuen Shop im Leopold. Weiters seien die Räumlichkeiten durch ein digitales Leitsystem ergänzt worden, um "noch besucherfreundlicher" durch die Ausstellungen zu führen. Auch wurde in spezielle Leuchtmittel investiert, um ein Licht "nahe dem Tageslicht" zu ermöglichen - "so wie es die Künstler selbst gesehen haben".

Schwerpunkte 2019 im Leopold Museum

Wie geht es also im kommenden Jahr weiter? An die Erfolge von 2018 wolle man 2019 natürlich anknüpfen - ein entsprechendes Programm soll dafür Sorge tragen. Ein großer Schwerpunkt werde 2019 auf den Expressionismus gelegt. "Wien um 1900 - Urquell der Moderne" lautet etwa der Titel einer Schau, die sich ab 16. März über drei Ebenen des Hauses erstrecken soll. Gezeigt werden dabei nichtt nur Meisterwerke aus der Sammlung des Leopold Museums, auch solle eine starke kulturgeschichtliche Auseinandersetzung mit Wien um 1900 als "Quellgrund der Moderne" in den unterschiedlichsten Disziplinen dargestellt werden.

Weiter geht es ab 06. April mit einer 250 Exponate umfassenden Retrospektive zu Oskar Kokoschka - "einer der umfangreichsten, die es posthum je gegeben hat", so Kuratorin Heike Eipeldauer. Die Ausstellung will einen Einblick in das bewegte Leben sowie ausgeprägte politische Denken, aber auch in das Frauenbild (insbesondere die Rolle der Mutter) des "Entfant terrible" der Kunstszene des 20. Jahrhunderts geben.

Apropos Frauen: Ab 24. Mai widmet sich das Museum dem Schaffen von Olga Wisinger-Florian, einer der "Wegweiserinnen für Frauen in der Kunst im späten 19. Jahrhundert", so Kuratorin Marianne Hussl-Hörmann. Wisinger-Florian stammte aus dem künstlerischen Kreis um Emil Jakob Schindler, der sie jedoch bald nicht mehr als Schülerin, sondern "als ernst zu nehmende Konkorrentin sah". Neben ihrem ungewöhnlich kräftigen Farbexpressionimus bei Landschafts- und Blumenmalereien setzte sie sich auch verstärkt für die Rechte der Frauen ein - nicht zuletzt, in dem sie gekonntes Selbstmarketing betrieb. "Olga Wisinger-Florian schaffte sich aus dem 'Nachteil', eine Frau in der Kunst zu sein, einen Vorteil, in dem sie diese Tatsache bewusst stilisierte," erklärt Kuratorin Hussl-Hörmann. Nicht zuletzt ein Grund für das Leopold, 2019 die erste große Personale der Künstlerin auszustellen.

Weitere Ausstellungen für das kommende Jahr umfassen Schauen zum Dornbirner Künstler Edmund Kalb (ebenfalls ab 24. Mai), oder Richard Gerstl (ab 27. September) - "einem der wohl unbekanntesten Pioniere des österreichischen Expressionismus; Paul McCartney ist beispielsweise ein großer Fan von ihm", so Direktor Wipplinger. Abgerundet wird das Programm mit einer Schau zum Deutschen Expressionismus - Die Sammlung Braglia und Johennig (ab 15. November) sowie mit der Kooperation mit dem ImPulsTanz Festival im Sommer. "Es wird also auch 2019 ein sehr vielfältiges Programm geben", fasst Wipplinger abschließend zusammen. "Man kann es vielleicht sogar als das Jahr der kantigen und eckigen Querdenker bezeichnen."

(events.at/Amina Beganovic)