Theater

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch


Friedrich Nietzsche bezeichnete die „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ als einen „Geniestreich der Psychologie“ und der Text übte einen großen Einfluss auf das russische und westeuropäische Denken und Schreiben aus. Dostojewskijs Text gilt als wesentlicher Ausgangspunkt für den späteren Existentialismus.

Ein Mann entzieht sich allen gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen, zerbricht alle persönlichen Beziehungen und zieht sich, von einer bescheidenen Erbschaft lebend, inseinen “Winkel” zurück, einer kleinen, heruntergekommenen Wohnung am Rande der Stadt, um über sich selbst und den Sinn des Lebens zu reflektieren. Nach jahrelanger, qualvoller Selbstzergliederung und Selbstanalyse bricht der Protagonist sein Schweigen und wendet sich an ein Publikum, um die gesellschaftlichen Werte in Frage zu stellen und die Freiheit des Menschen, seinen Eigensinn, zu verteidigen, auch wenn die sittliche Autonomie des Individuums zu Tragik, Irrtum und Scheitern führen kann. Eine Behauptung Heinrich Heines aufgreifend, dass zuverlässige Autobiographien etwas Unmögliches seien, wagt der Kellerlochbewohner den klaren und schonungslosen Blick in den Abgrund seines Innenlebens, seines Kellerloches, auch auf die Gefahr hin, dass unwürdiges, hässliches und fragwürdiges zu Tage tritt, denn „Schließlich gibt es Dinge, die der Mensch sogar sich selbst zu gestehen fürchtet.“

Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-81) schrieb die „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ im Herbst 1863. Dostojewskij steckte, von finanziellen und beruflichen Sorgen geplagt, in einer Lebenskrise und veröffentlichte den Text in der Literaturzeitschrift „Epocha“.

eine Produktion von Theater Quadrat
mit: Katrin Ebner
Werner Halbedl
Regie: Alexander Kropsch und Werner Halbedl


Vergangene Termine