Kunstausstellung

Art Royal - Meisterzeichnungen aus dem Louvre


Die Ausstellung rückt die früh- und hochbarocke Handzeichnung in den Vordergrund, erzählt ein frühes Kapitel in der Sammlungsgeschichte des Louvre und erlaubt die Begegnung mit zwei außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die Zeit und Muße fanden, um sich mit großer Lust und Leidenschaft dem Studium von Zeichnungen hinzugeben.

König Ludwig XIV. erwarb in mehreren Etappen die Kunstsammlung des in Paris lebenden Kölner Kaufmanns und Bankiers Everhard Jabach (1618–1695). Dieser war von Jugend an mit qualitätsvollster Kunst umgeben. Er ging in seiner Sammelleidenschaft neue Wege: Es war ein Novum, Zeichnungen zu erwerben, und er schätzte die Künstler seiner deutschen Heimat. Dies alles führte zu einer der bedeutendsten Grafiksammlungen des 17. Jahrhunderts. Jabachs Sammlung von 5.542 Zeichnungen wurde zum Grundstock des „Département des Arts graphiques du Louvre“. Davon sind ca. 80 in Salzburg zu sehen.

Everhard Jabach war Kölner Kaufmann und Bankier mit Wohnsitz Paris. Schon sein Vater hatte eine Kunstsammlung, er aber baute sie vor allem im Bereich Bildende Kunst aus. Dabei suchte er auch Kontakte zu anderen Kunstkennern und Sammlern, wie z.B. Sir Arundel, aus dessen Nachlass er über 100 Gemälde erwarb, so wie er auch aus der Sammlung König Charles I. Kunstwerke kaufte. Jabach sammelte alte und zeitgenössische Kunst und – und was für Franzosen wohl besonders ungewöhnlich war – nordische, also deutsche und niederländische Arbeiten. Jabach kümmerte sich mit einer besonderen Leidenschaft um „seine“ Zeichnungen. Immerhin war er einer der ersten überhaupt, die dieses Medium des Sammelns würdig erachteten. Er inventarisierte sie persönlich, legte Klebebände an, und alle Zeichnungen erhielten einen schmalen Goldrahmen.

Die ausgewählten 80 Zeichnungen sind aus dem 16. und 17. Jahrhundert und zeigen Arbeiten aus den drei Hauptgruppen der Sammlung, aus der italienischen, nordischen und französischen Schule. Die Namen lesen sich wie ein Who is Who der Kunstgeschichte – Dürer, Holbein, Rubens, Dubreuil, Vouet, Poussin, Buonarotti, Carracci, Raffael.
Ergänzt wird die Auswahl durch Arbeiten der so genannten Premiers Peintres du Roi – der herausragendsten Maler zur Zeit des Sonnenkönigs, Charles Le Brun und Pierre Mignard. Denn ihre Nachlässe kamen ebenfalls in die königliche Sammlung. Damit kann der Kunstgeschmack des Grand Siècle Frankreichs besonders gut dokumentiert werden. Insgesamt werden Arbeiten von 69 Künstlern ausgestellt.

Was letztlich zum Verkauf an den König führte, ist noch nicht ganz geklärt. Es gibt drei Vermutungen: Finanzierungsengpässe, königlich gewährte Begünstigungen, für die sich Jabach bedanken wollte, oder der Wunsch, seine Sammlung über sein Ableben hinaus erhalten zu wissen. Vermittler dieser Käufe war der sehr weit blickende Finanzminister Jean-Baptiste Colbert. Selbst die Investition in eine Kunstsammlung geschah für ihn aus politischem Kalkül; so wie auch Ludwig XIV. neben aller Liebe zur Kunst in der Sammlung die Wertanlage sah.


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