Kunstausstellung

Arnulf Rainer - Pinselrausch


Die Ausstellung Arnulf Rainer. Pinselrausch ist in enger Zusammenarbeit mit dem Cobra Museum of Modern Art, Amstelveen entstanden, und wurde dort im letzten Halbjahr dem niederländischen Publikum präsentiert.

Die Kuratoren Rudi Fuchs und Marteen Bertheux zeichnen mit dieser Ausstellung die Entwicklung der künstlerischen Handschrift Arnulf Rainers nach. So werden den Hand- und Fußmalereien der späten 1970iger Jahre eine Reihe wegweisender Zeichnungen und eine große Auswahl sehr junger Werke gegenübergestellt. Die Bilder drängen sich dicht in den außergewöhnlichen Räumen des Museums im historischen Frauenbad und es entsteht eine Girlande aus Gemälden, rhythmisch wie eine musikalische Komposition.

Eine vierzig Jahre währende Freundschaft verbindet Rudi Fuchs mit Arnulf Rainer. Es ist ein wortloses einander Verstehen. Gemeinsam mit Maarten Bertheux, der ebenfalls bestens vertraut ist mit dem Werk Arnulf Rainers, realisiert Fuchs eine Ausstellung die uns mitnimmt in die Entwicklung von Arnulf Rainers künstlerischer Handschrift.

Ausganspunkt sind dabei Arnulf Rainers Hand- und Fingermalereien. Bereits auf der documenta 7 (1982) in Kassel war Rudi Fuchs zutiefst beeindruckt von den lockeren, verworrenen und verschwenderisch farbigen Formulierungen die sich dort im Werk Arnulf Rainers entfalteten. Nach den streng gemalten (oder gewischten) monochromen Übermalungen seiner künstlerischen Anfangsjahre, bahnte sich hier eine Erweiterung seiner bereits reichen, wandelbaren Handschrift an, die sich bis in aktuelle Bilder nachverfolgen lässt. Davon zeugt eine umfassende Auswahl an sehr jungen Arbeiten und Zeichnungen.

Alle Extreme der künstlerischen Ausdrucksweise zeigen sich in dieser jahrzehntelangen Entwicklung: von der Stille bis zum ohrenbetäubenden Lärm, dem burlesken Wischen gegenüber vorsichtiger Bedachtsamkeit. Die Formen sind oft dünn, streifig, sie erinnern an Schlangen und Spinnennetze, verschlungen und verwoben.

„Die Bilder machen deutlich, dass es etwas Aktives, Physisches ist, sie zu malen, hektisch, rasend, manchmal jedoch auch ausgeführt in einem Zustand mystischer Ergebenheit; doch am Ende versiegt die tätige Kraft, und das Bild bleibt, wie es ist, allein, sich selbst überlassen“. (Rudi Fuchs, 1999)


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