Literatur

Armin Thurnher - Republik ohne Würde


Armin Thurnher schreibt in diesem Buch über das, was unserer Gesellschaft abhandengekommen ist: Ethik und Würde - präzise, pointiert und immer persönlich.

Würde! Wer beruft sich nicht auf sie? Und wer braucht sie, außer als Phrase? Emporkömmlinge, Provinzpotentaten und Steuerbetrüger, die frech versuchen, mit ihren Lügen durchzukommen; käufliche Politiker und Medien, denen nicht zu trauen ist; Bankenspekulationen, die den Staat und Europa bedrohen und für die der Steuerzahler haftet. Selbst die jüngste Opposition ist diebisch: Naiv setzen die Piraten auf die Diktatur des Digitalen und pfeifen auf die Unantastbarkeit geistigen Eigentums. Politik und Wirtschaft in Österreich und der EU sehen schlecht aus. Armin Thurnher schreibt in diesem Buch über das, was unserer Gesellschaft abhandengekommen ist: Ethik und Würde - präzise, pointiert und immer persönlich.

"Ein sequal zu seinen vorangegangenen Sittenbildern aus Österreich, und man kann dieses Buch als einen fortgesetzten Exkursionsbericht lesen, in dem die unterschiedlichsten österreichischen Lebensformen katalogisiert werden. Diesmal ist der Befund frei von Unentschiedenheit: Dem Land fehle die Würde, weil sich die öffentlich zur Schau stellende Personage durchwegs machtgeil oder ohnmächtig gebe und weil dazwischen kein Raum mehr bestehe. Am Ende seines letzten Buches Heimniederlage hatte Thurnher noch das Programm eines "paradoxen Patriotismus" benannt und gefragt: 'Wie anders als ausweichend sollte man in einem Land reagieren, wo die Logik welkt und die Lügen blühen, wo die Politik eingeht und die Paradoxa im Saft stehen?' Inzwischen ist ihm Patriotismus jeglicher Spielart gründlich vergangen." (Die Zeit)

Armin Thurnher, geboren 1949 in Bregenz. Mitbegründer, Miteigentümer und Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. der Bruno-Kreisky-Preis, Kurt-Vorhofer-Preis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt "Das Trauma, ein Leben. Österreichische Einzelheiten" (1999), "Heimniederlage. Nachrichten aus dem neuen Österreich" (2000) und der Roman "Der Übergänger" (2009).

Armin Thurnher, Republik ohne Würde, 2013, Zsolnay Verlag

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