Vortrag · Diverses

Florian Wenninger - Arbeiterkultur im Roten Wien bis 1934


Von Beginn an verstand sich die Sozialdemokratische Partei Österreichs nicht nur als politische, sondern auch als eine kulturelle Bewegung. Ihr Ziel bestand – mit den Worten des Hainfelder Programms von 1889 – darin: „Das Proletariat
psychisch und physisch kampffähig zu machen.“

Diese geistige Mobilmachung umfasste zunächst vor allem die Freizeit der Arbeiterschaft, dehnte sich aber schrittweise auf so gut wie alle Lebensbereiche aus. Die Arbeiterschaft sollte auf diese Weise lebensweltlich und emotional eng an die Bewegung gebunden werden. Partei und Gewerkschaft sollten nicht nur Interessenvertretung sein, sondern die gesamte soziale Realität umfassen, von der Wiege bis zur Bahre.

Unser Abend begibt sich, ausgehend vom Roten Wien, auf die Spuren dieser Arbeiterkultur. Dargestellt werden nicht nur Verdienste und Errungenschaften, sondern auch die Konflikte und heftige Gegnerschaft, die man damit seitens der politischen Rechten und der Katholischen Kirche hervorrief.

Referent:
Mag. Dr. Florian Wenninger, Politologe am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien


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