Theater

Apichatpong Weerasethakul - Fever Room


Projiziertes Bewusstsein: Die erste Bühnenarbeit von Apichatpong Weerasethakul feiert beim steirischen herbst ihre Erstaufführung im deutschsprachigen Raum.

Wohl kein anderer Filmemacher schafft es so gut, ohne Gruseleffekte eine Stimmung von Mystik und Mysterium zu erzeugen wie Apichatpong Weerasethakul. Und doch sind die verstorbenen Ahnen und Traumgestalten, die in seinen Filmen herumgeistern, in unaufgeregter Art und Weise ganz nah an uns dran.

Noch einen Schritt näher zum Publikum macht Weerasethakul mit seiner allerersten Arbeit für den Theaterraum, indem er die Wahrnehmungsverhältnisse von Anfang an umdreht: Nachdem die Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Bühne Platz genommen haben, wird der Saal zu einer unheimlichen Projektionsfläche für berückende Überlagerungen von Realität und Fantasie. Jen und Itt, die Hauptcharaktere aus Weerasethakuls letztem Film „Cemetery of Splendour“, bevölkern auch diesen „Fever Room“. Sie treffen einander im Traum, wo ihre Erinnerungen mit denen des Regisseurs zu einer Fiktion verschmelzen. Dass seine Figuren in Traumwelten Zuflucht suchen, hat dabei auch einen politischen Hintergrund: Wegen seiner Militärdiktatur steht Thailand seit Jahren am Rande des Zusammenbruchs.

„Fever Room“ dokumentiert persönliche und Landesgeschichte so, als würde alles sehr bald verschwinden. Wie in „Cemetery of Splendour“ dient auch hier das Krankenhaus als Ort des Übergangs, der Transzendenz. Mit der Fortsetzung seines vielbeachteten Films in den dreidimensionalen Raum hat Apichatpong Weerasethekul erstmals und auf höchst unkonventionelle Art eine Bühnenarbeit geschaffen.

24 € Kombi-Ticket „Cemetery of Splendour“ & „Fever Room“


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