Tanz

Antonia Baehr, Latifa Laâbissi & Nadia Lauro: Consul und Meshie


„Monkeys and apes have a privileged relation to nature and culture for western people: simians occupy the border zones between those potent mythic poles. In the border zones, love and knowledge are richly ambiguous and productive of meanings.“ — Donna Haraway, Primate Visions, 1989

Die beiden Schimpans_innen Consul und Meshie lebten Anfang des 20. Jahrhunderts unter Menschen und betrachteten sich schließlich selbst als solche. Antonia Baehr und Latifa Laâbissi eignen sich ihre Identitäten frei inspiriert von den Biografien der beiden historischen Figuren an: Haarig und freizügig, unverschämt und schamlos, gut angezogen und anzüglich, besetzen diese beiden Hybride eine visuelle Installation von Nadia Lauro, die sich in der Kunsthalle Wien einnistet. Vom freigestellten Innenraum einer Limousine aus stellen sich Consul Baehr und Meshie Laâbissi für die Dauer von mehr als drei Stunden zur Schau, während das Publikum nach Belieben kommt und geht. Sie geraten außer Kontrolle und kontrollieren sich, richten sich gegenseitig ab. Sie zerschmettern Phrasen populistischer Reden, kannibalisieren Posen und ikonische Tänze, sticken feministische Parolen, deren gebügelte Weis(s)heit alles andere als unschuldig ist. Que(e)r zu Zeiten, Räumen, Rastern stellen Consuls und Meshies unmögliche Präsenzen die Gewalt von Zuschreibungen infrage, Kategorien wie Natur/Kultur, Mann/Frau, das Selbst und der*die Andere.

Englisch/Französisch/Arabisch/Deutsch

Der Eintritt ist im Tagesticket zum Symposium enthalten.

Im Rahmen von Antarktika. Eine Symposium zum Thema Entfremdung


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