Kunstausstellung

Anton Wichtl - Der Spaziergänger


Haus der Kunst

2500 Baden, Kaiser Franz Ring 7

Sa., 15.02.2020 - So., 15.03.2020

Mo: Geschlossen
Di: 10:00 - 12:00, 15:00 - 18:00 Uhr
Mi: 10:00 - 12:00, 15:00 - 18:00 Uhr
Do: 10:00 - 12:00, 15:00 - 18:00 Uhr
Fr: 10:00 - 12:00, 15:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 12:00, 15:00 - 18:00 Uhr
So: 10:00 - 12:00, 15:00 - 18:00 Uhr

Zum hundertsten Geburtstag zeigt die Stadtgemeinde Baden Gemälde und Zeichnungen des Badener Künstlers.

Am 25. Februar 1920 in der Grabengasse 8 in Baden geboren, beginnt Anton Wichtl - schon während des siebenjährigen Wehrdienstes bei der Kavallerie - sein Architekturstudium an der Wiener Akademie (heute Universität) für angewandte Kunst in der Meisterklasse von Prof. Franz Schuster. Nach dem Diplom (1947) und der anschließenden Baupraxis, macht er sich 1953 selbständig. Bereits im selben Jahr organisiert er im russisch besetzten Baden eine Ausstellung moderner Kunst. 1956 besucht Anton Wichtl einen Kurs bei Oskar Kokoschka an der Salzburger Sommerakademie - ein Schlüsselerlebnis wie sich erweist. Nachhaltig beeindruckt reift in dem vielseitig begabten und interessierten jungen Mann der Entschluss, sich von der Baukunst abzuwenden und trotz der schwierigen Zeiten hinkünftig ganz seiner wahren Neigung, der Malerei, zu leben. Trotz großem Einsatz und konsequenter Arbeit erkennt er im Lauf der Zeit, dass seine eigentliche Begabung in einer anderen Disziplin nämlich in der Zeichnung liegt. In den folgenden Jahrzehnten entstehen vorwiegend nächtens, wie sich aus den jeweils Minuten genau erfassten Datierungen ablesen lässt, hervorragende Grafiken zu den unterschiedlichsten Themen.

Oftmals in ihrer Auffassung sehr frei, nahezu abstrakt (wie die Mappen "Pinus nigra", "Ich male einen Baum", "Nachtbuch",...), gelegentlich narrativ und anekdotisch (Illustrationen zu Stifters "Nachsommer", "Philemon und Baucis", "Duette - Duelle",...) sind diese Blätter in jedem Fall von einem charakteristischen Zeichenstil beseelt, der sich durch die originelle, bewusst subjektive Interpretation der gesehenen Wirklichkeit durch den Künstler auszeichnet. Wir erkennen darin seinen Versuch, sich der Welt zu versichern, ihrer habhaft zu werden, indem er sie einer persönlichen Umformung unterzieht. Nach größeren Präsentationen im Haus der Kunst (2000) bzw. im Frauenbad (2005) wird Anton Wichtl heuer erneut eine Ausstellung gewidmet, um die Öffentlichkeit nachdrücklich auf das Werk dieses faszinierenden Einzelgängers hinzuweisen.