Theater

Antigone Comeback


Eine Zeitreise 70 Jahre zurück in ein Theaterlabor der Zukunft – und eine Wiederbegegnung mit den entscheidenden Protagonist*innen, die eine Theaterzukunft, die unsere Vergangenheit und Gegenwart ist, entworfen und verwirklicht haben: Bertolt Brecht und Helene Weigel.

Unter der misstrauischen Beobachtung der Schweizer Fremdenpolizei kommt das Ehepaar im Januar 1948 nach Chur und lässt sich, zunächst in der Stadt noch unbekannt, im Hotel Stern nieder. Für das experimentierfreudige Theater Chur wird Brecht die Antigone bearbeiten, mit Weigel in der Titelrolle. Es ist seine erste Inszenierung in Europa, seit er 1933 Deutschland verlassen hat, und es ist auch das erste Mal seit 15 Jahren, dass Weigel wieder auf einer Bühne steht.

Der Erfolg dieser Arbeit wird über ihre weitere künstlerische und wirtschaftliche Existenz entscheiden. Mit dem Konflikt von Antigone und Kreon um Gesetzestreue und Freiheit, Tyrannei und Widerstand, wird auf den Proben auch der persönliche Konflikt eines ebenso beeindruckenden wie unberechenbaren Künstlerpaares verhandelt. Diese Doppelperspektive verschiebt die Grenzen zwischen Spiel und Realität, und Bernhard Mikeskas Inszenierung verschiebt sie noch mehr – ausgestattet mit VR-Brillen begeben sich die Zuschauer*innen allein in die Installation und kommen Brecht und Weigel auf dieser subjektiven Reise ins Innere sehr nahe.

Mit
Claudia Renner / Peter Jecklin
Inszenierung: Bernhard Mikeska / Text: Lothar Kittstein / Dramaturgie: Alexandra Althoff / Bühne: Duri Bischoff / Bühnenraum 360° Video: Bert Neumann (†) / Barbara Steiner / Duri Bischoff / Kostüm: Eva Karobath / Sounddesign: Knut Jensen / 360° Video: Winnie Christiansen / Felix Patzke / Fabian Fischer / Produktionsleitung: Lukas Piccolin


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