Kunstausstellung

Anna-Sophie Berger


Als Auftakt des neuen Programms präsentiert die Künstlerin Anna-Sophie Berger eine Serie unterschiedlichster visueller Materialien: eine Reproduktion einer in Selbsttherapie ausgemalten Mandala-Zeichnung, ein Selfie, die dystopische Landschaft eines IOS-Games oder eine Hans-Baldung-Reproduktion.

Ab 2016 bilden die KUB Billboards eine eigenständige Projektschiene des Kunsthaus Bregenz. Sie stellen Arbeiten einer jungen Generation von Künstler/innen vor, die inmitten epochaler Wendepunkte aufgewachsen ist: vom Fall des staatlich verordneten Sozialismus hin zu einer zunehmend globalisierten Welt, die seit den 1990er Jahren von einer digitalisierten Kapitalisierung sämtlicher Lebensbereiche geprägt ist. In unserem heutigen Zeitalter sind es das Internet, die Logik algorithmischer Verarbeitungsprozesse, soziale Medien und ein Zustand allgegenwärtiger Überwachung, die die Wahrnehmung dessen, was wir »Realität« nennen, maßgeblich bestimmen.

Als Auftakt des neuen Programms präsentiert die Künstlerin Anna-Sophie Berger eine Serie unterschiedlichster visueller Materialien: eine Reproduktion einer in Selbsttherapie ausgemalten Mandala-Zeichnung, ein Selfie, die dystopische Landschaft eines IOS-Games oder eine Hans-Baldung-Reproduktion. Es ist hier nicht die Indexikalität der Bilder, die im Vordergrund von Bergers Interesse steht, sondern vielmehr das Potenzial von Bildern, in verschiedene Konstellationen überführbar zu sein sowie produziert, reproduziert, angeeignet, getagged und permanent verändert zu werden. Die Serie schließt damit in ihrer Heterogenität an die Bilderlogik der heutigen Medien an, bei der Text im Kommunikationsprozess durch Bilder übersetzt wird. Der Zusammenhang zwischen den heterogenen Einzelbildern wird dabei jeweils durch das auswählende Subjekt hergestellt. So poppen auch Bergers Arbeiten, Schnappschüsse und Selfies — jeweils gleichzeitig und gleichwertig — in unterschiedlichen virtuellen und realen Räumen auf. Als Objekt im Ausstellungsraum, als digitale Posts oder als Dokumentation und Verweis. Neben der pathetischen Befragung künstlerischer Handlungsräume auf der Bildebene, dem Verweis auf liquide Substanzen, Transformation und Gender inszeniert sie jene Prozesse, die sichtbar machen, wie sich ihre Arbeiten zeigen und verändern können und damit die Destabilisierung der Differenz zwischen künstlerischem Objekt und Dokumentation.

Die KUB Billboards werden von Eva Birkenstock kuratiert.


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