Diverses · Film

Animace / Animácia: reanimated


100 Jahre tschechoslowakischer, tschechischer und slowakischer Animationsfilm.

Jiří Trnka, „Walt Disney des Ostens“, und Jan Švankmajer, „Godfather of Animation“, gelten als zentrale Figuren des tschechoslowakischen Animationsfilms. Ihnen und zahlreichen ihrer Kolleg*innen widmet das Österreichische Filmmuseum eine, in diesem Umfang bis dato einmalige, Werkschau.
Über sieben Wochen hinweg zeigt man das Beste aus 100 Jahren animierter Filmkunst: Von Hermína Týrlovás Verliebtem Wassermann über den kleinen Maulwurf Krtek hin zu Karel Zemans Baron Münchhausen-Adaption. Eine Einladung in raffinierte Fantasiewelten, zu surrealistischen Puppen-Happenings und subversivem Zeichentrick. Auch Filmemacher wie Tim Burton, Terry Gilliam, Wes Anderson und die Brothers Quay haben sich davon maßgeblich beeinflussen lassen.

Federführend bei der Zusammenstellung dieser Retrospektive, die insgesamt 180 Filme umfasst, waren drei Kuarator*innen des Národní filmový archiv (NFA): Eliška Děcká, Martin Mazanec und Matěj Strnad. Ihnen ist wichtig zu betonen, dass der Animationsfilm der Slowakei, Tschechiens und davor der Tschechoslowakei oft als hochgeschätzter „Exportartikel“ und als Tauschware der Kulturdiplomatie gedient hat. Durch eine Retrospektive, wie es sie in dieser Größe noch nie gegeben hat, soll die Geschichte des tschechoslowakischen Animationsfilms noch einmal völlig neu erzählt werden, aber gleichzeitig auch dem etablierten Kanon der gebührende Respekt erwiesen werden.

Dem Publikum wird es also möglich sein, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen, aber auch zeitgenössische Entwicklungen dieses traditionsreichen Genres zu sehen. Um bei diesem Umfang den Überblick nicht zu verlieren, wurden fünf Kategorien geschaffen, denen die jeweiligen Werke zugeordnet sind: Folklore & Science-Fiction & Legenden, Puppe(n), Politik, (Un)Wirklichkeit und Anima(Lab).

Wir freuen uns sehr, dass diese Schau, die ursprünglich für Frühjahr geplant war und aufgrund des Covid-19-Lockdowns abgesagt werden musste, nun im Herbst nachgeholt wird.

Die Retrospektive findet mit Unterstützung des Tschechisches Zentrum Wien, Tschechische Botschaft in Österreich / Velvyslanectví ČR v Rakousku, Slowakisches Institut in Wien und der Botschaft der Slowakischen Republik in Wien statt.
Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Slovenský filmový ústav / Slovak Film Institute gestaltet, das gemeinsam mit dem Národní filmový archiv so gut wie alle Filmkopien dieser Schau zur Verfügung stellt.

Das vollständige Programm ist ab dem 13. August online verfügbar: www.filmmuseum.at
Kartenreservierungen werden ab dem 24. August möglich sein


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