Theater

Angst


Angst ist eine im Menschen ebenso verwurzelte Emotion wie Liebe, Hass, Freude und Trauer. Sie ist eine Macht, die den Menschen von seinen Anfängen her begleitet hat. Durch Vernunft und Aufklärung wurde die Furcht in gewisse Schranken gewiesen. Im modernen Leben haben sich die Spektren verschoben, in denen wir wirklich Angst empfinden.

Der technische, medizinische und geistige Fortschritt haben die Notwendigkeit der Angst als Überlebenshilfe, die uns mit Adrenalin vollpumpt, nahezu ausgelöscht. Ist also Angst eingeflößt zu bekommen, zu einem Freizeitgut geworden und nur noch ein luxuriöser Überschuss? Keinesfalls, die Ängste unserer heutigen Gesellschaft sind nur unterschwelliger, schleichender geworden. Versagensängste, die Furcht dem Konkurrenzdruck nicht mehr standhalten zu können. Stickwort „Volkskrankheit Burnout“.

Grundidee für diesen Text, konzipiert für eine variable Zahl von Darstellern, ist die Situation einer theatralen Talkshow. Die Figuren erzählen und spielen Situationen nach, die sie in Schrecken versetzten, führen Ängste vor, versuchen Furcht einzuflößen: Da steht eine ganz natürliche Angst vor dem Zahnarzt neben der Schilderung einer eher schon abnormen Panik vor Spinnen. Es wird vorgeführt, wie Ängste vor der Überfremdung durch Ausländer geschürt werden, wie ein Hypochonder sich kurz vor einer Operation fühlen mag oder wie Gruselfilme Spannung und Schauder produzieren. Es entsteht ein Panoptikum verschiedener Ängste, die zu unserem ganz alltäglichen Leben gehören.

JÜRGEN NEFF. Studierte Philosophie und Neuere Deutsche Literatur in Tübingen. Sein Stück SCHWITZKASTEN war beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2005. Seit 2011 ist er bei AIDA Cruises Entertainment Manager. Weitere Stücke: DON QUIJOTE AUS DER MANCHA, DER FALL NIETZSCHE.


Vergangene Termine