Theater

Angry Young Men


Und? Schon radikalisiert? Ein Abend für die "gefährlichste" Gesellschaftsschicht auf der verzweifelt-komischen Suche nach Anerkennung. Pur, wütend, manchmal poetisch, aber ungemein kraftvoll.

Sechs junge Männer, die in der europäischen Gesellschaft keine Andockstellen zur Stiftung einer männlichen Identität mehr finden. Sechs junge Männer. die radikalisiert werden wollen. Sechs junge Männer dürfen sich auf der Bühne austoben und auskotzen. Lassen wir also ihrer Wut und dem fließenden Übergang zur terroristischen Tat freien Lauf: mit enthemmter Sprache, wortloser Zärtlichkeit, rechthaberischem Stammtischgebell und soldatischer Körperertüchtigung. Aber was kommt nach der Wut? Trauer, meint die Psychologie. Am Theater ist das meistens Poesie.

Die "gefährlichste" Gesellschaftsschicht ist der junge Mann, der Mann zwischen 16 und 30. Er ist auch der politische Adressat der extremen Rechten, der europäischen Rechts- und Links-Populisten. Darüber hinaus Hoffnungsträger religiöser Fundamentalisten. Ist er therapierbar? Im geschützten Rahmen des Theaters wahrscheinlich schon. Regisseur Martin Gruber und das aktionstheater ensemble untersuchen anhand von Interviews und Texten von u.a. Wolfgang Mörth, Holger Meins (RAF), Mohammed Atta (9/11-Attentäter) und Anders Behring Breivik eine radikalisierte Männergeneration, die wahrgenommen werden will.

Regie, Script: Martin Gruber
Text: aktionstheater ensemble, Wolfgang Mörth sowie Textfragmente von Holger Meins, Mohammed Atta, Anders Behring Breivik, Hermann Göhring u.a.
Dramaturgie: Martin Ojster
Musik: Andreas Dauböck
Regieassistenz: Annina Weiss
Mit: Wolfgang Fahrner, Andreas Jähnert, Alexander Meile, Fabian Schiffkorn / Robert Finster, Philipp Stix


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